q3_collective: Nanook of the North – Stummfilm mit Live-Musik

Donnerstag, 11.5., Kulturzentrum St. Spiritus

„Nanook of the North“ (USA 1922) ist die Chronik von einem Sommer bis zum darauffolgenden Winter des strengen Alltags des Eskimos Nanook und seiner Familie, in einer Siedlung an der Küste der Hudson Bay. Es ist das erste und grundlegende Beispiel von Dokumentarfilm der Filmgeschichte, das weltweiten Erfolg erhielt und tiefen Einfluss auf spätere Filmemacher ausübte. Halbwegs zwischen Anthropologie und Didaktik, mit Laienschauspielern und der finanziellen Unterstützung des französischen Pelzhändlers Revillon Frères auf zwei Akeley Kameras gedreht, bringt der Abenteurer Robert Flaherty während zwei Jahren langer Pilgerungen zum Polarkreis (1920-21) unter den kältesten und strengsten Bedingungen die Dreharbeiten fertig. „Nanook of the North“ ist ein Werk, das die Zuschauer stets fasziniert: Flaherty filmte die Eskimos aus solch ehrlichem Interesse, dass er ihnen die gedrehten Szenen projizierte, um mit ihnen zusammen über die Schnittfolge bestimmen zu können. Ohne jegliche Spur von Exotik offenbart Flaherty die Züge einer Zivilisation, die eine eigene Technologie aufweist, die fachkundig für ihre Bedürfnisse aufkommt und mutig den Strapazen, die sie befällt, entgegentritt. Die Konfrontation zwischen Mensch und Natur wird zu einer andauernden Anerkennung der Würde von beiden.

q3 entschloss sich für „Nanook of the North“ 80 Minuten neue Musik zu komponieren, die das übliche Klangspektrum des Trios mit den Rhythmen und Klangen von Drum ’n’ Bass erweitert. Folgend Versionen mit Multi-Instrumentalist Max De Aloe und Stargitarristen Kurt Rosenwinkel, bringt die Klangvielfalt heute in erster Linie Pianist Oliver Illi herbei. Den künstlerische und historische Wert des Filmes berücksichtigend wurde die neue Tonspur alleine als musikalischen Kommentar zu den Bildern bestimmt, mit dem einzigen Anspruch die Gefühle, die in den aussergewöhnlichen Bildaufnahmen hervorgerufen werden, zu unterstützen. Das Ergebnis ist eine Folge von Themen, die sich in einer sorgfältigen Struktur abwickeln, die versucht diejenigen des Filmes nachzubilden.

q3 ist ein Musikkollektiv, das 2004 von den drei Schweiz-Amerikanischen Musikerbrüdern Nolan (tp), Simon (b) und Brian Quinn (dr) gegründet wurde. Ursprünglich erzielte das Trio über die Landesgrenzen sofortige Anerkennung durch seine geschickte Melange von Jazz und Drum ’n’ Bass-Musik. Es veröffentlichte wiederholt Audio- und Videoproduktionen, trat in ganz Europa auf und wurde mit verschiedenen Jazz-Preisen ausgezeichnet. 2008 entwickelte es sich in das aktuelle Kollektiv, das mit u.a. Kurt Rosenwinkel, Bill Carrothers, Olivier Ker Ourio, Tino Tracanna, Taavo Remmel zusammenarbeitete. Bei ihrem Greifswalder Auftritt spielt der Schweizer Pianist Oliver Illi zusammen mit q3.

Fotos: ©Christian Schumacher

Lisa Nybrott – Soul

Samstag, 6.5., 20:00, Kulturzentrum St. Spiritus

Lisa Nybrott ist eine Soulsängerin und Songkomponistin aus Hamar, Greifswalds norwegischer Partnerstadt. Sie hat Musik in Kristiansand und Trondheim studiert, unter anderem bei der (durch ihre Zusammenarbeit mit Julia Hülsmann und Susan Weinert auch bei uns gut bekannten) Jazzvokalistin Torun Eriksen.

Im Laufe weniger Jahre hat sich Lisa einen Namen gemacht. Sie ist bekannt für ihre beseelten Vocals, die sie erstmals 2010 auf einer EP mit selbstgeschriebenen soulig-jazzigen Popsongs vorstellte. Darauf folgte Engagements als Gastsolist auf der Weihnachtsturnee von Eurovison-Sieger Alexander Rybak und als Support für Chartsstar Jarle Bernhoft. In der letzten Zeit hat sich Lisa auf afroamerikanische Popularmusik, insbesondere Soul und Gospel, spezialisiert. Studientouren führten sie in die USA und Afrika, wo sie auch Konzerte und Workshops gegeben hat. 2017 erscheint ihr Debutalbum Built By The Water, das ihre Liebe zum Soul ausdrückt und neun selbstgeschrieben Songs enthält. Die Musik kann man am besten als sinfonischen Soul beschreiben, denn ein 14-köpfiges Orchester wirkt auf dem Album mit.

Nach Greifswald kommt Lisa mit ihrer festen Band. Zum Programm verrät sie: „An diesem Abend werde ich meine eigenen Songs spielen, alte und neue, aber ich mische auch ein paar Coversongs u.a. von den guten alten Motown-Hits ein. Außerdem liebe ich es, Popsongs zu „versoulen“. Das Publikum wird zum Beispiel einen Spice Girls-Hit in ganz neuem Arrangement hören. Ich freue mich auf einen Abend Soul für Herz und Seele in Greifswald!“

In der Internet-Zeitung Sørnett konnte man lesen: „Du vergisst mit einem Male, dass es Montag ist und Januar, denn plötzlich ist der Frühling da, wenn Lisa singt. Genüsslicher Pop mit einem Teelöfel Soul und einer Prise R&B reißt uns aus dem Alltag.“ (Helene Reite)

Krupka Trio – Norwegische Kirchenlieder im Jazzsound

krupkatrio_fargeSonntag, 7.5., 19:00, Aula der Universität

Das Krupka Trio ist ein Jazz-Trio bestehend aus Ulf Krupka (Piano), Line Falkenberg (Saxophon) und Tine Asmundsen (Bass). Das Trio spielt seit 2010 zusammen und gab 2014 seine erste CD heraus.
Das Trio spielte beim Kongsberg Jazz Festival im Jahr 2012 und 2014. Im Jahr 2014 wurde das gesamte Konzert vom norwegischen Fernsehen NRK und dem norwegischen Radio aufgezeichnet. Teile des TV-Materials wurde anlässlich einer Sendung über 50 Jahre Kongsberger Jazzfestival landesweit gezeigt. Im nationalen Radio wurde das gesamte Konzert mehrmals ausgestrahlt.

Neben regelmäßigen Konzerten in Norwegen gab das Trio in 2016 Konzerte in Berlin (St. Nikolai Kirche Spandau) und Spanien (norwegische Seemannskirchen in Torrevieja und Calahonda)

Das Krupka Trio spielt melodischen tonalen und improvisierten Jazz. Der Kantor und Pianist Ulf Krupka hat eigene Arrangements geschrieben, die auf norwegischen Kirchenliedern basieren. Alle Melodien sind im norwegischen Gesangbuch zu finden. Viele der Melodien sind alte norwegische Volksmelodien, die Teil des norwegischen musikalischen Erbes sind. Das Ergebnis ist ein vitaler und gleichzeitig entspannter moderner Jazz. Durch die jahrelange Zusammenarbeit entwickelte sich das gute Zusammenspiel weiter, das emotionales und spontanes Musizieren befördert. Kein Konzert ist wie das andere. Drei Musikerpersönlichkeiten, die mit gleichwertigen Rollen fesselnd aufspielen können.

Die Publikumsreaktionen sind ausnahmslos positiv. Das ist auch eine Stärke des Trios, das sowohl Musiker als auch „normale“ Zuhörer begeistern kann. Zitat von einem Musiker bei unserem letzten Konzert; „Ich habe schon viele Konzerte mit Kirchenlieder als Jazz gehört, aber dieses ist eines der besten und spannendsten die ich je gehört habe.“

Tuuletar – Vocal Folk Hop

Donnerstag, 4.5., 20:00, Kulturzentrum St. Spiritus

Tuuletar („Göttin des Windes“ in der finnischen Mythologie) ist eine Vocal Performance Group, die aus vier Sängerinnen besteht. Seit 2012 singen, komponieren und treten Tuuletar gemeinsam auf. Dabei haben sie ihren unverwechselbaren hypnotisierenden Sound entwickelt. Tuuletar nimmt Einflüsse aus der ganzen Welt auf – vom amerikanischen Hip Hop bis zu südasiatischen Folk. Dennoch blieben sie stark in der finnischen Sprache und dem musikalischen Erbe Finnlands verwurzelt. Mit ihrer frischen, kräftigen und innovativen Musik sind sie Pioniere des Genres Vocal Folk Hop und fesseln das Publikum weltweit mit ihrem von Herzen kommenden, temperamentvollen Ethnosound.
Im Juli 2015 glänzte Tuuletar mit ihrem Durchbruch beim österreichischen Vokal Total Wettbewerb, indem sie unter allen europäischen Pop-Vokalgruppen den wichtigsten Preis absahnten: den Publikumspreis. Ihr Erfolg in Österreich machte sie zum Headliner von Voice Mania 2015 in Wien, dem Budapest A Cappella Festival 2016, sowie dem Budapest Ritmo Festival 2016. Tuuletar gab ein exklusives Radiokonzert auf der World Music Expo 2016.
Ihr Debutalbum „Tules Maas Vedes Taivaal“ (In Feuer, auf der Erde, in Wasser und Himmel) erschien im Juni 2016. Es stieg sowohl in die Top 10 der europäischen als auch der weltweiten Weltmusikcharts. Ihr Sound geht um den Globus! Konzerte weltweit sind in Planung.

Tuuletar – das sind Venla Ilona Blom (Beatboxing und Gesang), Sini Koskelainen (Gesang), Johanna Kyykoski (Gesang), Piia Säilynoja (Gesang).

Fotos:  ©Maria Baranova

Ausstellungseröffnung: Angelika Mousson – Bilder aus dem Buch des Vergessens

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Samstag, 6.5., 15:00, Kulturzentrum St. Spiritus

Nicht selten findet man Angelika Mousson inmitten ihrer Pflanzen im Garten ihres Hofes auf Bornholm und bei den dazu gehörenden Tieren. Gemeinsam mit ihrem Mann wurde der alte Hof weitestgehend in seinem historischen Zustand bewahrt und wiedererrichtet. Dieser hierin bezeugte behutsame Umgang mit allem Gewachsenen und Gewordenen ist der 1951 in der vorpommerschen Hafenstadt Wolgast geborenen Künstlerin genauso wichtig in ihrer Arbeit wie auch im menschlichen Miteinander – er ist gleichsam das Credo ihres künstlerischen Schaffens.
So benutzt sie nicht zufällig für ihre plastischen Arbeiten den Rohstoff Holz, der von ihr nur soweit bearbeitet wird, wie es die durch Wachstum vorgegebene Struktur zulässt. Diese wird erst sorgfältig erkundet wird, bevor mit dem Schnitzeisen die gestalterische Arbeit beginnt. Nicht selten phantasievoll bemalt und mit ringsum aufgespürten skurrilen Materialien ergänzt entstehen Skulpturen, die schon aus ihrer besonderen Formen- und Materialsprache ihre eigene Ausstrahlung gewinnen, in denen wir aber auch Menschen- und Tierabbildern begegnen, die durch eine unkonventionelle Gestaltungsweise ins Auge fallen und die Liebe zur natürlichen und menschlichen Umgebung der Künstlerin verdeutlichen.

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Einer Schönheit aus universeller Harmonie geboren, fühlt sie sich nicht vordergründig verpflichtet, sondern begreift diese gleichermaßen als Grundbesinnung und erstrebenswertes Ideal nicht nur ihrer Tätigkeit. Mit filigranen,farbig untermalten Zeichnungen lenkt sie den Betrachter oft auf die ihr wichtigen kleinen, unauffälligen Dinge des Daseins, die sie oft allegorisch mit Landschaft und kreatürlichem Leben verflochten dargestellt.

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Eine unverkennbare Geistesverwandtschaft besonders zur Lyrik kommt in ihren Illustrationen zu literarischen Texten zum Vorschein, worin sie weniger den poetischen Sprachbildern visuellen Ausdruck verleiht, sondern sie vielmehr als Anregung versteht, diese auf eigene Art grafisch-malerisch zu thematisieren.
In ihren Collagen schließlich werden „schöne“, oft zum Klischee verkommene Bilder aus der Medienwelt andersartig zueinander in Beziehung gebracht. Teilweise mit grafischen Elementen ergänzt, offenbart sich dem Betrachter darin ein neuer ,eigener Reiz, bis hin zum Entdecken von versteckten Sinnbildern, die nicht nur die Sonnenseiten des heutigen Lebens beleuchten. (Text: Friedrich Kantholz)

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Angelika Mousson arbeitet breit gefächert: Grafik, Malerei, Skulptur, Objekt, Assamblage, Foto… Gerne werden Techniken aus verschiedenen Genres gemischt oder alte Techniken neu interpretiert. Gleichberechtigt neben der künstlerischen Arbeit stand lange Zeit auch die berufliche Arbeit als Galerieleiter in verschieden staatlichen und in den eigenen Galerien sowie die Lehrtätigkeit in kreativen Fachbereichen z.B. bei der Ausbildung von Studierenden in u.a. Grafikdesign und Bekleidungsdesign (Dänemark). Studium an der Universität Greifswald 1969-73. Arbeitet und lebt seit langer Zeit in Dänemark. (Fotos © Angelika Mousson)

Eine Ausstellung des Karl-Lappe-Verlags
http://www.karl-lappe-verlag.de/

Fest des Nordens