Paolo Nani (I/DK): Der Brief


DI 7.5., 19:30, Theater; Eintritt Lach-Nacht: 16/10€

Ein Mann kommt rein, setzt sich an den Tisch, schenkt sich ein Glas Wein ein und beginnt, einen Brief zu schreiben. Das ganze wird 15 mal wiederholt, ohne dass der Mann ein einziges Wort spricht. Gähn!? Von wegen!!!
In der Einfachheit liegt die Genialität dieses Stückes des Italo-Dänen Paolo Nani, das „eine der lustigsten Vorstellungen der Welt“ genannt wurde. OK, wir aus dem skeptischen Norden bleiben bei so einem Superlativ erst einmal kühl. Aber überall auf der Erde, wo Nani bisher den „Brief“ aufgeführt hat, hinterließ er ein seliges Publikum mit äußerst strapazierten Lachmuskeln.
Jede Wiederholung der simplen Handlung spielt Paolo Nani in einem anderen Stil: Rückwärts, Zwei Dinge gleichzeitig, Besoffen, Ohne Hände, Stummfilm, Western, Horror, und vieles mehr. Für das Zwerchfell der Zuschauer wird es dabei zunehmend härter. In einem Crecendo sprudeln die Einfälle, Spielereien und Gags. Das ist extreme Komik-Kunst: absurdes, faszinierendes, voll aufgedrehtes physisches Theater mit einem Meister der Körpersprache und der Mimik. „Der Brief“ entstand 1992 und gewann 1994 den ersten Platz des European Comedy Award in Frankfurt/Main. Seitdem ist das Stück in schon bald tausend Vorstellungen immer weiter ausgearbeitet worden, wobei einen wesentlichen Faktor Paolo Nanis Kontakt mit dem Publikum ausmacht – und das ist immer anders. Ein Klassiker zum Kringeln!

paolonani.com

Simone Moreno & Os Lourinhos (BRASIL/S) – Planetas


Samstag, 11.5., 19:30, St. Spiritus, Abschlussfest mit Jes Holtsø & Morten Wittrock Band und Simone Moreno „Planetas“; Eintritt: 12/8€

Simone Moreno ist der stärkste Brasil Act in Europa. Nach vier Alben in Brasilien und dem schwedischen Erfolg „Samba Makossa“ erschien 2012 ihre sechste CD „Planetas“ – eine Reise um den Globus in einer wirbelnden, tanz-treibenden Umlaufbahn. Dieses Powerbräu aus afrobrasilianischen Rhythmen, Pop, Reggae, Samba Soul und nordischer Melodie kennt nur ein Ziel: den durch und durch gehenden, unwiderstehlichen Groove!
Auf „Planetas“ erzählt Simone ihre Geschichten über Brasilien, über ihr neues Leben in Europa, über Armut, über Götter und Menschen. Sie singt vom lebenspendenden Wasser und von der Liebe, die durch unser Planetensystem strömt und uns manchmal sogar hier auf Erden erreicht. Alle Songs hat Simone selber geschrieben und performt sie mit dem packenden perkussiven Sound ihrer schwedischen Band „Os Lourinhos“ (Die Blondschöpfchen) und ihrer starken Stimme, die keinen kalt lässt, egal ob man nun die preschenden portugiesischen lyrics versteht oder nicht.

„Ja, „Planetas” ist ein brilliant zusammengesetztes Album, auf dem Moreno und die Band Os Lourinhos unter der Leitung von Anders von Hofsten ihren eigenen Mix aus brasilianischen, westafrikanischen, karibischen und afroamerikanischen Zutaten mischen – das alles mit der Energie aus Morenos Heimatstadt Salvador de Bahia und ihrem wahnsinnigen Tanzpop als dominierendem Gewürz.“ (Dagens Nyheter)

simonemoreno.com

Nichts – Theaterprojekt nach dem Jugendroman von Janne Teller (DK)


Mittwoch, 8.5., 19:00, Theater

Ein Jugendlicher klettert auf einen Pflaumenbaum und behauptet: „Nichts bedeutet irgendetwas. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun.“ Seine Klassenkameraden setzen alles daran, ihn mit einem Gegenbeweis wieder herunterzuholen, und ahnen nicht die Gefahr ihres Unternehmens. Mit ihrem „Berg aus Bedeutung“ wächst zusehends das Gefühl, dass Bedeutung im Leben tatsächlich nicht beweisbar ist. Ein unheimlicher Gedanke und ein aufwühlendes Buch, mit dem die Dänin Janne Teller nicht nur in ihrem Heimatland die Gemüter erhitzte.
Mit für sie ungewöhnlichen künstlerischen Mitteln zeigen die Schülerinnen und Schüler ihre ganz eigene Suche nach Bedeutung. Sie stellen unbequeme Fragen und offenbaren die Nähe das Romans zu ihrer eigenen Gedanken- und Gefühlswelt.

Projektleitung: Nils Kleemann, Katja Klemt, Anja Nicolaus
Mit: Schülerinnen und Schüler der Klasse 9R des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums Greifswald
Eine Zusammenarbeit des Humboldt-Gymnasiums, der Montessori-Schule und des Theaters Vorpommern.

Jes Holtsø & Morten Wittrock Band (DK)


Samstag, 11.5., 19:30, St. Spiritus, Abschlussfest mit Jes Holtsø & Morten Wittrock Band und Simone Moreno „Planetas“; Eintritt: 12/8€

Bürgerlich heißt er Jes Holtsø, doch die meisten kennen ihn unter seinem Filmnamen: Börge. Als Kind spielte er den Sohn von Kjeld und Yvonne, der immer zur Stelle war, wenn die Olsenbande für ihre verzwickten Pläne eine helfende Hand (und einen kühlen Kopf!) brauchte. Später konnte man Jes Holtsø in der Rolle des pubertierenden William Olsen in der TV-Serie „Oh, diese Mieter“ („Huset på Christianshavn“) erleben. Dann wurde es lange still um ihn…
Jetzt ist Jes zurück und singt uns den Blues. Seine Haare sind nicht mehr so lang und seine Brillengläser nicht mehr so kugelrund, aber sein unwiederstehliches augenzwinkerndes Lächeln ist das gleiche geblieben. Mit großer Liebe zur Musik, Enthusiasmus und dem Herzen am rechten Fleck singt er ein packendes Repertoire aus Blues, Rock und Soul. Ihm zur Seite steht Bandleader Morten Wittrock am Klavier und an den Keyboards, der zusammen mit seiner Band mitreissenden, groovy Sound erschafft. Selbst abgebrühte Blues- und Soulhörer bekommen hier neuen Stoff für die Ohrmuscheln.
Jes Holtsø und Morten Wittrock lernten sich 2009 kennen, als Morten die Aufgabe bekam, Jes im der Wettbewerbsshow „Talent“ des Dänischen Fernsehens zu begleiten. Jes schaffte es immerhin bis ins Finale. 2010 gaben die beiden ihr erstes Album heraus, 2012 ihr zweites, und bekamen beide Male sehr gute Kritiken in den dänischen Zeitungen. Letzten Herbst wurde Jes Holtsø auf dem Copenhagen Blues Festival zum „Dänischen Blues Namen des Jahres 2012“ erkoren!

Indra (USA/DK)


Donnerstag, 2.5., 20:00, St. Spiritus; Eintritt: 10/6€

Innerhalb weniger Jahre hat es das Indra-Trio um die aus New York stammende Sängerin Indra Rios Moore von vollkommener Unbekanntheit bis hin zum Danish Music Award geschafft. Im letzten Herbst bekam es diese Auszeichnung von der dänischen Musikbranche für seine zweite CD „In Between“ als das „Beste Vocaljazz-Album 2012“!
Wenn Journalisten über Indra berichten, fallen ihnen gleich die klassischen Sängerinnen der Jazzgeschichte ein, und das mit gutem Grund. Indras warmes Timbre berührt. Die schmetternde Pose liegt ihr fern; stattdessen verleiht sie den Songs eine aus ihrer inneren Ruhe ausstrahlende Glaubwürdigkeit. Diese Gelassenheit kennzeichnet auch ihre Musiker: Thomas Sejthens Bass sorgt für das swingende Feeling, und Benjamin Trærups Saxophon umspielt sanft den Gesang.
Dabei hatte Indra zunächst großes Lampenfieber. Was konnte sie dagegen tun? Sie stellte sich einfach vor, dass alle im Publikum ihre Freunde waren. Und so wie gegenüber Freunden begann sie, kleine persönliche Geschichten mit ihm zu teilen. Die Konzerte haben auf diese Weise einen intimen Charakter bekommen, wobei weniger das Entertainment als die mitmenschlich verbindenden Elemente der Musik im Vordergrund stehen. Und dabei kann Indra so einiges aus ihrem Leben erzählen! Familiengeschichten aus der Lower East Side, karibische Kochrezepte oder Kindheitserinnerungen an ihre puertoricanische Großmutter, eine Immigrantin, die nie so richtig im Geist in den USA ankam. Erfahrungen, die auch Indra als Einwandererin in Dänemark nicht fremd sind. Und sicherlich ebenso nicht für Mary, die vor einiger Zeit mit ihrem Kronprinzengemahl Frederik Indra zu einem Privatkonzert eingeladen hatte.
Jetzt steht die Sängerin kurz vor dem internationalen Durchbruch. Der Produzent Larry Klein, der vor allem für seine Arbeit mit Joni Mitchell, Herbie Hancock und Madeleine Peyroux bekannt ist, wird mit Indra ein Album mit Boleros und Liebesliedern auf Spanisch, Italienisch und Portugiesisch herausbringen. Mit dabei sind zwei der großartigsten kubanischen Musiker: der Pianist Gonzalo Rubalcaba und der Drummer Ignacio Berroa.

indra.dk