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Ausstellungseröffnung: Landschaften – Zeichnung und Malerei von Ken Denning


Freitag, 12.5., 17:00, Kunst Design, ETcetera

Eine Ausstellung von Kunst Design, ETcetera

Einführung mit Ernst-Jürgen Walberg, Journalist

Der 1957 in Sonderborg geborene Ken Denning lebt und arbeitet in Dänemark.
„Um seine Landschaft zu malen, zu schaffen, abzubilden, braucht es das Atelier. Um sie draußen vor Ort gewissermaßen, in der Natur, in der Landschaft als eine so besondere Landschaft sehen zu können, aufnehmen, fühlen, erfassen, inhalieren oder überhaupt wahrnehmen und akzeptieren zu können, steht nur wenig Jahreszeit zur Verfügung. Mit dem Frühjahr geht sie zu Ende, wenn die Knospen aufbrechen, die Farben mit Macht kommen und das Grün vor allem, das der Maler nun gar nicht mag und das deshalb in seiner Kunst kaum vorkommt. Dennings Farbspektrum: Von Tiefschwarz bis Schneeweiß mit allen Grau- oder Blauabstufungen dazwischen, matt oder glänzend, trüb oder leuchtend, hart oder weich, pastos oder verwischt und weggekratzt oder verstrichen oder wie weggewischt.“ (Ernst-Jürgen Walberg)

 

 

 

Finnland 1917-1918: Selbständigkeit und Bürgerkrieg – Vortrag von Robert Oldach


Mittwoch, 10.5., 14:15, Lehrstuhl für Nordische Geschichte, Eintritt frei

Eine Veranstaltung des Lehrstuhls für Nordische Geschichte

Die Republik Finnland feiert in diesem Jahr ein 100-jähriges stolzes Jubiläum. Obwohl die am 6. Dezember 1917 ausgerufene Selbständigkeit bald international anerkannt wurde, hatte Finnland mit mehreren Problemen zu kämpfen. Die ökonomischen und sozialen Auseinandersetzungen mündeten Anfang 1918 in einem blutigen Bürgerkrieg.
In seinem Vortrag geht Herr Oldach die Hintergründe und den Verlauf sowie die Folgewirkungen des Bürgerkrieges nach. Als Diskussionsgrundlage wird eine finnische Dokumentation mit englischen Untertiteln gezeigt.

 

(Bild: Salmonsens Konversationsleksikon)

Die Färöer – Bildervortrag von Karen Hertlein


Donnerstag, 11.5., 16:00, Stadtbibliothek, Eintritt frei

Mitten im Nordatlantik, auf halbem Wege zwischen Schottland und Island, liegen die Färöer, landessprachlich Føroyar, „Schafinseln“. Auf diesen 18 Inseln von rauer Schönheit und unstetem Wetter, mit ihren knapp 49.000 Einwohnern und fast doppelt so vielen wolligen Vierbeinern, ist einiges anders als im fernen Kontinentaleuropa. Dazu zählen nicht nur archaisch anmutende Traditionen wie der Grindwalfang oder der Kettentanz, sondern auch die weltweit höchste Zahl an Buchveröffentlichungen oder die geringste Zahl an Gefängnisinsassen pro Kopf. In ihrem Vortrag wird Karen Hertlein, die ein ganzes Jahr als Austauschschülerin auf den Nordatlantik-Inseln verbrachte, ihre ganz persönlichen Eindrücke von Land und Leuten  schildern.

(Fotos: Karen Hertlein)

 

Demokratie in Zeiten von Populismus und Eliten – Vortrag von Lennart Prytz


Samstag, 6.5., 11:00, Rathaus/Bürgerschaftssaal, Eintritt frei

Demokratie in Zeiten von Populismus und Eliten – Neue Herausforderungen aus Sicht eines schwedischen Kommunalpolitikers – Vortrag und Diskussion mit Lunds Oberbürgermeister Lennart Prytz

Gegenwärtig entwickelt sich auch in Schweden wie in anderen europäischen Staaten eine zunehmende Kluft zwischen Teilen der Bevölkerung und den Regierenden. Die Unzufriedenheit mit der Politik von Regierungen wächst, das Vertrauen in Parteien, Politiker und Politikerinnen schwindet zusehends. Immer weniger fühlen ihre Interessen von den etablierten Parteien vertreten und in Entscheidungsprozesse einbezogen. Vor diesem Hintergrund, Kürzungen im Wohlfahrtsstaat und mit der enormen Zuwanderung von Flüchtlingen hat sich der Einfluss rechtspopulistischer Kräfte, insbesondere der Schwedendemokraten, auf Landes- und kommunaler Ebene drastisch erhöht.
Lennart Prytz, Oberbürgermeister und Vorsitzender der Demokratiekommission der Kommune Lund, spricht über Schwierigkeiten und Chancen im Umgang mit rechtspopulistischen Kräften, über Gefahren für Demokratie und Bürgernähe, über Notwendigkeit, Formen und Methoden demokratischer Mitbestimmung in Greifswalds Partnerstadt Lund. Anschließend Fragen und Diskussion.

Die Veranstaltung wird vom Deutsch-Schwedischen Verein Greifswald e.V. gefördert und findet in deutscher Sprache statt.

(Foto: Lunds kommun)

 

Film: Die andere Seite der Hoffnung – Regie: Aki Kaurismäki (FIN 2017)

Sonntag, 14.5., 17:15
Montag, 15.5., 17:15 & 20:15, CineStar Greifswald, 6/5 €

Eine Veranstaltung des CineStar Greifswald

Khaled (Sherwan Haji), ein junger Syrer, gelangt als blinder Passagier nach Helsinki. Dort will er Asyl beantragen, ohne große Erwartungen an seine Zukunft. Wikström (Sakari Kuosmanen) ist ein fliegender Händler für Männerhemden und Krawatten. In der Mitte des Lebens angekommen, verlässt er seine Frau, gibt seinen Job auf und profiliert sich kurzfristig als Poker-Spieler. Von dem wenigen Geld, das er dabei gewinnt, kauft er ein heruntergewirtschaftetes Restaurant in einer abgelegenen Gasse von Helsinki. Als die finnischen Behörden entscheiden, Khaled in die Ruinen von Aleppo zurückzuschicken, beschließt er, illegal im Land zu bleiben. Wikström findet ihn schlafend im Innenhof vor seinem Restaurant. Vielleicht sieht er etwas von sich selbst in diesem ramponierten, angeschlagenen Mann. Jedenfalls stellt er Khaled als Putzkraft und Tellerwäscher an…

DIE ANDERE SEITE DER HOFFNUNG erzählt davon, dass jeder Melancholie ein fast rebellischer Zug der Hoffnung innewohnt. Und zeigt das Leben als Wechselspiel von ständiger Sehnsucht und schwankender Hoffnung, von fast märchenhafter Menschlichkeit und kaltem Realismus. Aki Kaurismäkis Filme sind bekannt für ihren lakonischen, skurrilen und minimalistischen Stil. Seine Helden waren immer die „kleinen Leute“: Außenseiter, Arbeiter und Arbeitslose – die Verlierer der Gesellschaft. Seit Le Havre hat Kaurismäki den Kosmos seiner filmischen „Underdogs“ um eine globale Komponente erweitert. Um diejenigen, die auf der Flucht sind und jetzt in der sozialen Hierarchie ganz unten stehen.

Aki Kaurismäki: „Mit diesem Film möchte ich gern, soweit das möglich ist, die europäische Blickweise aufbrechen, in Flüchtlingen entweder ausschließlich bedauernswerte Opfer oder nur anmaßende Wirtschaftsimmigranten zu sehen, die in unsere Gesellschaften eindringen, bloß um uns die Jobs zu klauen, unsere Frauen, unsere Häuser und unsere Autos. Das sind Klischees und Vorurteile. In der europäischen Geschichte sind ihre Entstehung und Akzeptanz mit einem unheilvollen Nachhall verbunden. Ich gebe offen zu, dass DIE ANDERE SEITE DER HOFFNUNG bis zu einem gewissen Grad das ist, was man unter einem tendenziösen Film versteht. Es ist ein Film, der ohne Skrupel die Ansichten und Meinungen seiner Zuschauer verändern will, indem er, um dieses Ziel zu erreichen, ihre Gefühle manipuliert. Ein solcher Versuch muss natürlich scheitern. Was aber, so hoffe ich, davon übrig bleiben wird, ist eine integre und etwas melancholische Geschichte, die der Humor vorwärts trägt. Ein ansonsten fast realistischer Film über gewisse menschliche Schicksale in der Welt, in der wir heute leben.“

Aki Kaurismäki wurde auf den 67. Internationalen Filmfestspielen Berlin mit dem Silbernen Bär für die Beste Regie ausgezeichnet!

(Foto: Copyright: ©Sputnik Oy / Fotograf Malla Hukkanen)