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Film: Die andere Seite der Hoffnung – Regie: Aki Kaurismäki (FIN 2017)

Sonntag, 14.5., 17:15
Montag, 15.5., 17:15 & 20:15, CineStar Greifswald, 6/5 €

Eine Veranstaltung des CineStar Greifswald

Khaled (Sherwan Haji), ein junger Syrer, gelangt als blinder Passagier nach Helsinki. Dort will er Asyl beantragen, ohne große Erwartungen an seine Zukunft. Wikström (Sakari Kuosmanen) ist ein fliegender Händler für Männerhemden und Krawatten. In der Mitte des Lebens angekommen, verlässt er seine Frau, gibt seinen Job auf und profiliert sich kurzfristig als Poker-Spieler. Von dem wenigen Geld, das er dabei gewinnt, kauft er ein heruntergewirtschaftetes Restaurant in einer abgelegenen Gasse von Helsinki. Als die finnischen Behörden entscheiden, Khaled in die Ruinen von Aleppo zurückzuschicken, beschließt er, illegal im Land zu bleiben. Wikström findet ihn schlafend im Innenhof vor seinem Restaurant. Vielleicht sieht er etwas von sich selbst in diesem ramponierten, angeschlagenen Mann. Jedenfalls stellt er Khaled als Putzkraft und Tellerwäscher an…

DIE ANDERE SEITE DER HOFFNUNG erzählt davon, dass jeder Melancholie ein fast rebellischer Zug der Hoffnung innewohnt. Und zeigt das Leben als Wechselspiel von ständiger Sehnsucht und schwankender Hoffnung, von fast märchenhafter Menschlichkeit und kaltem Realismus. Aki Kaurismäkis Filme sind bekannt für ihren lakonischen, skurrilen und minimalistischen Stil. Seine Helden waren immer die „kleinen Leute“: Außenseiter, Arbeiter und Arbeitslose – die Verlierer der Gesellschaft. Seit Le Havre hat Kaurismäki den Kosmos seiner filmischen „Underdogs“ um eine globale Komponente erweitert. Um diejenigen, die auf der Flucht sind und jetzt in der sozialen Hierarchie ganz unten stehen.

Aki Kaurismäki: „Mit diesem Film möchte ich gern, soweit das möglich ist, die europäische Blickweise aufbrechen, in Flüchtlingen entweder ausschließlich bedauernswerte Opfer oder nur anmaßende Wirtschaftsimmigranten zu sehen, die in unsere Gesellschaften eindringen, bloß um uns die Jobs zu klauen, unsere Frauen, unsere Häuser und unsere Autos. Das sind Klischees und Vorurteile. In der europäischen Geschichte sind ihre Entstehung und Akzeptanz mit einem unheilvollen Nachhall verbunden. Ich gebe offen zu, dass DIE ANDERE SEITE DER HOFFNUNG bis zu einem gewissen Grad das ist, was man unter einem tendenziösen Film versteht. Es ist ein Film, der ohne Skrupel die Ansichten und Meinungen seiner Zuschauer verändern will, indem er, um dieses Ziel zu erreichen, ihre Gefühle manipuliert. Ein solcher Versuch muss natürlich scheitern. Was aber, so hoffe ich, davon übrig bleiben wird, ist eine integre und etwas melancholische Geschichte, die der Humor vorwärts trägt. Ein ansonsten fast realistischer Film über gewisse menschliche Schicksale in der Welt, in der wir heute leben.“

Aki Kaurismäki wurde auf den 67. Internationalen Filmfestspielen Berlin mit dem Silbernen Bär für die Beste Regie ausgezeichnet!

(Foto: Copyright: ©Sputnik Oy / Fotograf Malla Hukkanen)

 

Offene Friedrichsche Seifenwerkstatt – „Schwedische Seife?“ – Kleiner Rundgang durch die Werkstätten und anschließendes Seifengießen

Samstag, 6.5., 13:00, Caspar-David-Friedrich-Zentrum, 3,5/2,5 € (zzgl. Materialkosten)

Eine Veranstaltung des Caspar-David-Friedrich-Zentrums

Was ist Linsåpa? Und was hat der schwedische Privatgelehrte und Apotheker Carl Wilhelm Scheele (1742-1786) mit der Seifenherstellung zu tun? Welchen Einfluss hatte Schweden auf das Seifengeschäft der Familie Friedrich? Auf einem kleinen Rundgang um 13 Uhr durch die Friedrichschen Werkstätten werden diese Fragen beantwortet. Anschließend können in der Seifenwerkstatt Seifen in den Farben der schwedischen Flagge, mit Friedrich- und Schwedenmotiven gegossen werden.

Caspar David Friedrich und Schweden – Führung vom Caspar-David-Friedrich-Zentrum zum Pommerschen Landesmuseum


Samstag, 6.5., 10:00, Caspar-David-Friedrich-Zentrum, 4,5/3,5 €

Eine Veranstaltung des Caspar-David-Friedrich-Zentrums

War Caspar David Friedrich ein Schwede? Welchen Einfluss hatte Schweden auf das Leben und Werk des romantischen Landschaftsmalers? Tauchen schwedische Motive in Friedrichs Bildern auf? Diesen und vielen weiteren Fragen wird auf einem Rundgang durch das Caspar-David-Friedrich-Zentrum und dann weiter zum Pommerschen Landesmuseum auf den Grund gegangen.

Treffpunkt: Caspar-David-Friedrich-Zentrum
Dauer: ca. 90 min
(Foto: Pommersches Landesmuseum)

Informationsforum – Comic im Norden

Montag, 8.5., 9:00, Institut für Fennistik und Skandinavistik,
Dienstag, 9.5., 10:00, Alfried Krupp Wissenschaftskolleg,
Eintritt frei

Lange identifizierte man den Comic mit Schundheften oder hielt ihn für den missglückten Bruder der Kinderliteratur. Um dieses Image abzustreifen, lancieren die Verlage seit vielen Jahren den Begriff „graphic novel“ oder „graphische Literatur“. Gleichzeitig präsentiert sich die lebendige Comic-Szene der nordischen Länder auf eigenen Festivals und macht mit Preisen und Auszeichnungen auf sich aufmerksam. Durchaus mit Erfolg: So werden im Feuilleton der nordischen Presse immer häufiger Comic-Neuerscheinungen wie andere Romane auch rezensiert.  Bestes Zeichen der kulturellen Anerkennung ist vielleicht die Tatsache, dass dem Dänen Halfdan Pisket als erstem Comic-Künstler überhaupt 2015 das dreijährige staatliche Stipendium von Statens Kunstfond verliehen wurde.

So sehr die Comic-Szene in den nordischen Ländern auch blüht, die Forschung (auch in den nordischen Ländern) beschränkt sich im Wesentlichen auf amerikanische und franko-belgische Comics. Das Informationsforum möchte deshalb der skandinavistischen Forschung einen kleinen Anstoß geben, auch das Material der eigenen Sprachen aus wissenschaftlicher Perspektive wahrzunehmen.

Informationsforum 2017
Comics im Norden
MO, 8. 5
Ort: Institut für Fennistik und Skandinavistik
Hans-Fallada-Str. 20

9:00 – 10:00
Filippa Hella (Comic-Künstlerin, Porvoo, Finnland): It all started with a crying elephant.

10:00 – 11:00
Ola Hellsten (Künstlerischer Leiter von Serieteket, Stockholm): Swedish Comics: History and Recent Trends

11:00 – 11:30
Kaffeepause

11:30 – 12:30
Annette Herzog (Kinderbuch- und Comic-Autorin, Kopenhagen): Pssst!

12:30 – 13:45
Mittagspause

13:45 – 14:30
Espen K. Holtestaul (Verleger von No Comprendo Press, Oslo): No Comprendo Press – 25 years of independent comics in Norway

14:30 – 15:15
Kristian Krohg-Sørensen (Comic-Künstler aus Oslo) spricht über seine Arbeit als Comic-Künstler

16:00 -16:30
Ort: Koeppenhaus / Literaturzentrum Vorpommern
Bahnhofsstr. 4/5
Vernissage
mit Seiten von Filippa Hella, Annette Herzog und Kristian Krohg-Sørensen und einer kurzen Einführung von Espen K. Holtestaul

Sonstige Öffnungszeiten:
Di – Sa, 14 – 18
bis zum 15.6.

Literaturwissenschaftliches Kolloquium
Punkt, Punkt, Komma, Strich
DI, 9.5.
Ort: Alfried Krupp Wissenschaftskolleg, Bibliothek

10:00-10:15
Prof. Joachim Schiedermair
Einführung

10:15-11:00
Dr. Øyvind Vågnes (Universitet i Bergen, Norway) An Anatomy of Facelessness: Halfdan Pisket’s Dansker Trilogy.

11:00-11:45
Nina Ernst M.A. (Lunds Universitet) Comics creation as a social experiment. Simon Gärdenfors’ playful performance

11:45-13:00
Mittagspause

13:00-13:45
Dr. Camilla Storskog (Universität Mailand) Stripping H.C. Andersen. On the adaptation of fairy tales to comic strips and graphic novels.

(Grafik: Vincent Roth)

Institut für Fennistik und Skandinavistik

Podiumsdiskussion – Rechtspopulismus in Nordeuropa

Mittwoch, 10.5., 18:00, Alfried Krupp Wissenschaftskolleg, Eintritt frei

Aktuell sehen sich zentrale Elemente der europäischen Demokratien fundamentaler Kritik ausgesetzt. Parteien und Politiker verlieren an Vertrauen („sind eh alle gleich“), die Objektivität der Medien wird in Frage gestellt („Lügenpresse“) und die Idee „einer immer engeren Union der Völker Europas“ findet kaum noch Anhänger. Besonders vehement wird diese Kritik von rechtspopulistischen Parteien und Bewegungen vorgebracht, die in weiten Teilen Europas große Zustimmung genießen. Auch in Nordeuropa – was angesichts der starken sozial- und wohlfahrtsstaatlichen Ausrichtung und der Tradition innerskandinavischer Zusammenarbeit auf den ersten Blick überraschen mag.

Im Rahmen des Kolloquiums werden Entstehung, Erfolge und Unterschiede der Rechtspopulisten diskutiert. Gemeinsam mit drei fachkundigen Experten aus Skandinavien werden wir uns dem Phänomen Rechtspopulismus in einer Diskussion aus unterschiedlichen Perspektiven nähern. Dabei soll es etwa darum gehen, welche gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen die Erfolge rechtspopulistischer Parteien befördert haben und wie diese wiederum den gesellschaftlichen Diskurs – etwa mit Blick auf die Europäische Integration oder Einwanderung – verändert haben. Geleitet wird die Diskussion von Detlev Jahn und Jochen Müller (Universität Greifswald).
Es diskutieren:
♦ Martin Hansen (Brunel-Universität London)
♦ Anders Hellström (Universität Malmö)
♦ Ov Cristian Norocel (Universität Helsinki)

Die Veranstaltung wird auf Englisch stattfinden. Fragen aus dem Publikum sind selbstverständlich auch auf Deutsch möglich.

Diese Veranstaltung wird gefördert durch das Ministerium für Inneres und Europa / Mecklenburg-Vorpommern