Bård Bosrup und Steffen Horn (N): Norwegische Romantik – Musik für Cello und Klavier


Donnerstag, 8.5., 20:00, Aula der Universität

Im Nachlass eines deutschen Instrumentenkollegen fand der Cellist Bård Bosrup den Anstoß für sein aktuelles Programm. Unter dessen Noten befand sich ein in Vergessenheit geratenes Meisterwerk der norwegischen Romantik: Das Cellokonzert von Johan Svendsen, das dieser während seiner Zeit als Kapellmeister in Leipzig 1871 zur Uraufführung gebracht hatte. Als Bosrup die Bedeutung des Werkes für die norwegische Musikgeschichte klar wurde, machte er sich in Musikbibliotheken auf die Suche nach weiteren, bisher ungeborgenen Schätzen, die er auf seinem aktuellen Album zusammen mit dem jungen Pianisten Steffen Horn erstmals auf CD aufgenommen hat. Es sind zum Beispiel Stücke von Maria und Gerhard Schjeldrup, Oskar Hansen und von dem für sein pianistisches „Frühlingsrauschen“ beliebten Christian Sinding, die auf diese Weise wieder ans Licht kamen. Und diese Aufnahmen mit ihren in der Tat „berauschenden“ Melodien, werfen die Frage auf, warum die Klassikbranche bisher auf diese Perlen zugunsten des ewigen Griegs verzichtet hat. Bård Bosrup wird in diesem Konzert über seine Aufspürarbeit und über die wiederentdeckte Musik im Kontext der norwegischen Romantik berichten.
Für Bård Bosrup ist Deutschland kein Neuland. Der gebürtige Norweger verbrachte zehn Jahre in Magdeburg als Solocellist, bevor er für weitere vier Jahre nach Chemnitz zur Robert-Schumann-Philharmonie wechselte. Nun lebt er wieder in seiner Heimat, arbeitet aber immer noch häufig mit deutschen und dänischen Orchestern zusammen. Außerdem leitet er das von ihm gegründete Orchester Oslofjord Kammerfilharmoni.
Steffen Horn gilt als Ausnahme-Pianist Norwegens – seine Konzertaufnahmen werden mit denen der großen Pianisten des 20. Jahrhunderts wie Richter oder Gilels verglichen. Seit seinem Debüt als Solokünstler 2002 in London gab er weltweit zahlreiche Konzerte, unter anderem in Ägypten, Angola, China und Venezuela.

Unterstützt von der Norwegischen Botschaft und dem Alfried Krupp Wissenschaftskolleg