Archiv der Kategorie: Uncategorized

Esa Ylönen & Mikko Helenius (FIN): Landscape – Klassik und Tango


10.5., 19:00, Aula der Universität; Eintritt: 10/6 €

Das Programm „Landscape“ ist eine speziell für den Nordischen Klang zusammengestellte Kombination von Klavierstücken des finnischen Komponisten Uuno Klami mit finnischem und argentinischen Tango. Klami (1900-1961) studierte sowohl in Helsinki, als auch in Paris und Wien. Gerade Paris bedeutete einen Wendepunkt in seiner künstlerischen Entwicklung, wobei ihn Komponisten wie Ravel und die Groupe de Six beinflussten. Vor allem wurde er für seine großartigen Orchesterwerke bekannt.
Der Pianist Esa Ylönen hat mit Unterstützung der Finnischen Kultur-Stiftung Klamis Stücke für Klavier und die für Klavier und Violine – zusammen mit der Geigerin Sirkku Mantere – aufgenommen. Die CD ist im Februar 2013 beim Label Alba erschienen.
Esa Ylönen hat an der Sibelius Akademie studiert und arbeitet am Musikinstitut der Region Kotka. Der versierte Musiker, der 2011 übrigens zum „positivsten Bürger Kotkas“ gewählt wurde, gibt jährlich rund 100 Konzerte in Finnland und außerhalb.
Eine große Inspiration bedeutet für Esa der Tango mit seinen mitreißenden Melodien und Rhythmen und den starken Geschichten in den Liedtexten. Seit 15 Jahren spielt er zusammen mit dem Bandeonisten und Sänger Mikko Helenius diese weltzugewandte und emotionale Musik, die beide zur Improvisation anregt. Ihr Repertoire umfasst die klassischen Tangos, wie sie Carlos Gardel sang, und den Tango Nuevo Piazzollas. Aber auch dem melancholischen Tango Finnlands gehört ihre Leidenschaft.
Mikko Helenius hat Kirchenmusik und Gesang an der Sibelius Akademie studiert und in Paris bei Juan José Mosalini das Bandoneon. Er spielte international in vielen Tangoensembles. Als Komponist und Arrangeur interessiert sich Mikko für neue Möglichkeiten des Tangos.

Scania Octet (S) – A Tribute To Lars Gullin


9.5., 20:00, St. Spiritus, Swedish Saxophone Classics: Scania Octet – A Tribute To Lars Gullin – & Gush – 25th Anniversary Tour – (CD-Cover: Dragon Records); Eintritt: 12/8€

Zwei der wichtigsten Musiker der schwedischen Jazzgeschichte ist dieser Konzertabend gewidmet. Beide spiel/t/en sie das Baritonsaxophon als Hauptinstrument. Und beide haben durch ihr die Genregrenzen sprengendes künstlerisches Schaffen weltweit viel Beachtung auf sich gezogen. Die Rede ist von Lars Gullin und Mats Gustafsson. Die Musik des 1976 gestorbenen Gullin wird im ersten Teil des Abends vom Scania Octet vorgestellt. Nach der Pause gibt Mats Gustafsson auf der Tournee zum 25-jährigen Bestehen seines Trioprojektes Gush ein Konzert.
Hinter dem Namen Scania Octet verbergen sich acht vorzügliche Jazzmusiker aus Südschweden – die meisten von ihnen waren schon einmal oder mehrfach in Formationen beim Nordischen Klang, wo sie sich als prachtvolle Instrumentalisten erwiesen haben. Ein Oktett, das ist schon fast eine Bigband. Mit solch vollem Ensembleklang spielen sie Originalkompositionen und -arrangements von Lars Gullin. Neben Jan Johansson gilt er als der zentrale Protagonist des „Swedish Golden Age Of Jazz“ in den 50er und 60er Jahren. Ursprünglich mit dem Cool Jazz als Hintergrund spielte er sich schon bald aus dem Schatten des US-amerikanischen Baritonsax-Stilprägers Gerry Mulligan hin zu einem eigenen Sound. In seinen Kompositionen, von denen u.a. „Peter of April“ (seinem Sohn gewidmet), „Bluesport“, „Fine Together“ und „Danny’s Dream” (sein bekanntestes Stück) erklingen werden, findet man oft Anklänge an die schwedische Folklore oder an die klassische Musik. Den Baritonsax-Part im Scania Octet übernimmt der in El Paso, Texas, geborene und jetzt in Schweden lebende Ed Epstein. 2010 stellte er sich beim Nordischen Klang mit seinem eigenen Quartett vor.

BESETZUNG: Ed Epstein, bars; Berndt Sjögren, as; Peter Wilgotsson, ts; Kjell Åke Persson, tp; Christoffer Sjögren, tb; Ingemar Torstensson, p; Lars Lundström, b; Pelle Trazan Jonasson, dr

Das Scania Octet wird unterstützt von Musik i Syd

„400 Jahre Carl Gustav Wrangel – Eine Persönlichkeit der Schwedenzeit in Pommern“ – Vortrag von Mirko Harmel


6.5., 16:00, Institut für Fennistik und Skandinavistik, Hans-Fallada-Str. 20; Eintritt frei!

Dass die Hanse- und Universitätsstadt Greifswald sowie auch das Gebiet Pommerns lange unter schwedischer Herrschaft stand, ist den meisten Besuchern des Nordischen Klangs geläufig. Welche Personen der schwedischen Krone prägten aber vor allen diese Zeit? In diesem Jahr hätte eine dieser Personen seinen vierhundertjährigen Geburtstag gefeiert. Sein Name: Carl Gustav Wrangel. Dieser Mann war sowohl Generalgouverneur von Schwedisch-Pommern als auch Kanzler der Universität Greifswald.
Der Historiker Mirko Harmel wird im Jubiläumsjahr Leben und Wirken Wrangels beim Nordischen Klang vorstellen. Dabei wird sowohl auf die historischen Hintergründe jener Zeit eingegangen werden als auch die Persönlichkeit Carl Gustav Wrangels beleuchtet. Wrangel war der Schlossherr von mehreren Prachtbauten (darunter Wrangelsburg und Spyker), schuf wichtige Gesetze und hatte einen eigenen Herrschaftsstil mit prunkvoller Hofhaltung, der seinen Glanz auf die Schwedenzeit in Pommern warf.
Mirko Harmel hat Geschichtswissenschaft und Politikwissenschaft in Greifswald und auf Gotland in Schweden studiert. Letztes Jahr schloss er sein Masterstudium als Historiker mit einer Arbeit zu Carl Gustav Wrangel ab.

Eine Veranstaltung des Lehrstuhls für Nordische Geschichte

Informationsforum „Die anderen Minoritäten im Norden“

Das Thema Minoritäten war in den letzten Jahren durch die Drohkulisse eines fundamentalistischen Islams besetzt. Das gilt für den Norden nicht anders als für Deutschland: Durch die Mohammedkarikaturen in Jyllands-Posten und Anders Breiviks Fremdenhass dominierte „der Islam“ die nordischen Medien in einem Maße, wie es anderen Minoritäten nie geschafft haben. Dies liegt freilich an der globalen Aktualität des islamisch begründeten Terrors. Doch man kann sich fragen, ob nicht auch psychosoziale Gründe für die gegenwärtige Unsichtbarkeit der anderen Minoritäten sprechen. Erlauben Terror und Gegenterror wohlfeile Empörung, rührt die leidvolle Geschichte anderer Minoritäten an die Scham der Mehrheitsgesellschaft.

Das Informationsforum wird veranstaltet vom Institut für Fennistik und Skandinavistik der Universität Greifswald mit Unterstützung des Nordischen Rates, des Alfred Krupp Wissenschaftskollegs und des Kulturzentrums St. Spiritus.

PROGRAMM

Mi 8.5.
Alfried Krupp Wissenschaftskolleg
Literaturwissenschaftliches Kolloquium „Judentum in skandinavischer Literatur“

10.00-10.15 Uhr
Prof. Dr. Joachim Schiedermair
Einführung

10.15-11.00 Uhr
Florian Brandenburg, M.A. (HU Berlin)
„At Orientaleren skal tale som Orientaler“.
Zur Problematik von Form und Funktion ‚jüdischen’ Sprechens in M. Goldschmidts En Jøde (1845)

11.00-11.45 Uhr
Ragnhild Maria H. Henden (Center for Studies of Holocaust and Religious Minorities, Oslo)
Geld und Schönheit. Über die Rolle von Juden und Jüdinnen in norwegischen Romanen des frühen 20. Jahrhunderts

13.00-13.45 Uhr
Prof. Dr. Stefanie von Schnurbein (HU Berlin)
Literarischer Antisemitismus in den skandinavischen Literaturen. Zwei Varianten mit unterschiedlicher Tendenz (Knut Hamsun und Henrik Pontoppidan)

10.5.
Soziokulturelles Zentrum St. Spiritus, Galerie; Eingang Casper-David-Friedrich-Straße
Informationsforum „Die anderen Minoritäten im Norden“

10.00-10.50 Uhr
Íris Björg Kristiánsdóttir, M.A. (Sozialministerium der Republik Island)
Immigration in Iceland: a short story

10.50-11.40 Uhr
Vibeke Moe (Center for Studies of Holocaust and Religious Minorities, Oslo)
Jewish Norwegian identity in contemporary Norway

12.00-12.50 Uhr
Jan Diedrichsen (Leiter des Sekretariats der Deutschen Volksgruppe in Kopenhagen
und Direktor der Föderalistischen Union europäischer Volksgruppen)
Minderheiten: eines der best gehüteten „Geheimnisse“ Europas

14.20-15.10 Uhr
Markus (Mackan) Andersson (Standup-Komiker, Schweden)
The Others – Focus on Swedish Minorities

15.10-16.00 Uhr
Päivi Majaniemi, Ma fil. (Finnish League for Human Rights)
Brief review on the language policy in Finland
and some key points on the situation of Roma in Finland

16.00-16.30 Uhr
Fanny Krüger, M.A. (Berlin)
Antisemitistische Tendenzen im Großfürstentum Finnland 1858–1918

Stadtführung: Greifswald in der Schwedenzeit


5.5., 14:00, Treffpunkt: Markt, vor dem Café Marimar, Teilnahme kostenlos!

Der Förderverein Schwedisches Kulturerbe in Pommern e.V. lädt zu einer Stadtführung auf den Spuren der Schwedenzeit Greifswalds ein. Der Kunsthistoriker Felix Schönrock zeigt einen Querschnitt aus 180 Jahren Baugeschichte und erläutert dabei, wie sich die Bauformen im Lauf der Zeit geändert haben. Von den Neubauten von Handwerkerhäusern Mitte des 17. Jahrhunderts bis hin zu Wohnhäusern der sozialen Oberschicht in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts sowie ein von J. G. Quistorp – dem Zeichenlehrer Caspar David Friedrichs – entworfenes Wohnhaus der späten Schwedenzeit mit beachtlicher Fassadengliederung reicht die Entwicklungsgeschichte, die Felix Schönrock nachvollziehbar machen wird.
Eine besondere Rolle spielen dabei Gebäude offizieller Bauherren, die das Gesicht der Stadt nachhaltig geprägt haben. Hier ist in erster Linie der barocke Wiederaufbau des Doms nach dem verheerenden Sturm 1650 zu nennen, aber auch der Wiederaufbau des Rathauses 1724- 36 nach zwei Bränden. Die landesherrliche Präsenz ist durch das Gebäude des Hofgerichts und des Konsistoriums sichtbar, das in den Jahren 1709–11 entstand. Die Universität als dritte prägende Institution ist durch das Hauptgebäude repräsentiert, das eine der wichtigsten Barockbauten der Region ist.
Der Förderverein Schwedisches Kulturerbe in Pommern e.V., der unter der Schirmherrschaft des Botschafters Schwedens in Deutschland steht, hat es sich zur Aufgabe gesetzt, auf die vielen unbekannten Spuren der Schwedenzeit dieser Region aufmerksam zu machen. Teilnehmer der Stadtführung können einen reichhaltigen Eindruck von dieser spannenden Zeit erwarten.

Eine Veranstaltung des Förderverein Schwedisches Kulturerbe in Pommern e.V.