Die Underground-Literatur Lettlands: Lesung mit Raibīs

Donnerstag, 4.5., 16:00, Stadtbibliothek

Eine Veranstaltung des Instituts für Baltistik

Der lettische Schriftsteller Oskars Orlovs (geb. 1983) ist dem breiteren Publikum in Lettland eher unter seinem Pseudonym Raibīs (dt. der Bunte) bekannt. Er hat bereits mehrere Theaterstücke verfasst und zwei Erzählanthologien herausgegeben, so im Jahre 2011 „Pyrma syltī“ (dt. “Zuerst etwas Warmes”) und 2015 „Zalta tesmini“ (dt. „Goldene Euter“). Gegenwärtig arbeitet Raibīs an seiner Gedichtsammlung “Pi stacejas” (dt. “Am Bahnhof”). Seit 2016 ist er Mitglied des Lettischen Schriftstellerverbandes. Sein kulturelles Engagement reicht aber weit über das Schreiben hinaus und ist sehr vielseitig – so ist Raibīs nicht nur Autor philosophischer Karikaturen und Comics, sondern auch der Leader der Band „Kapļi“ (dt. “Die Gartenhacken”) sowie Produzent mehrerer Kurzfilme.

Seine biographischen Wurzeln liegen in Ostlettland, in Lettgallen. Hier wird Lettgallisch gesprochen, das eine Sprachvariante des Lettischen, einer der „kleinen“ Sprachen Europas, darstellt. Das ist auch die Sprache seiner Texte. Die Werke von Raibīs sind sehr lebhaft geschrieben, sie weisen einen teils provozierenden, teils sarkastischen Stil auf und werden besonders viel von jungen Menschen gelesen.

In der Lesung wird Raibīs seine Erzählung „Tostu izdziniejs“ (dt. „Der Austreiber der Trinksprüche“) aus besagtem Erzählband „Zalta tesmini“ vorstellen. Das Institut für Baltistik hat speziell für diese Lesung zusammen mit seinen Studierenden eine literarische Übersetzung dieses Textes ins Deutsche erstellt. Im Anschluss an die Lesung folgt eine Diskussion mit dem Autor, die von Aija Mežale, Lektorin für Lettisch am Institut für Baltistik, moderiert wird.