Estlands starke Stimmen: Iiris – Rock/Pop


Freitag, 9.5., 20:00, Theater: Estlands starke Stimmen mit Leelokoor Sõsarõ (Ethno Roots Chor) und Iiris

“Wie Lava lässt die Singkultur in Estland die Kreativität brodeln. Und wenn der Vulkan ausbricht, dann hat man Iiris.” So brachte es Nele Salveste, die im letzten Winter in Greifswald Estnisch unterrichtet hat, auf den Punkt, als sie hörte, dass die echte Iiris zum Nordischen Klang kommt. Und da hat sie recht! Den Leelokoor Sõsarõ und Iiris an ein und dem selben Konzertabend auf die Bühne zu holen, ist also überhaupt nicht gewagt, sondern nur logisch.
Die 22-jährige Singer/Songwriterin/Pianistin Iiris, die 2013 auf den Estonian Music Awards zur Künstlerin des Jahres erkoren wurde, ist im Rampenlicht ein schillerndes Energiebündel voller Draufgängertum und Spielfreude. In ihrem Pop-Image berühren sich Natürlichkeit und animehaftes Styling. Ihre Sopran-Stimme irgendwo zwischen Kate Bush und Micky Maus klingt hypnotisierend und märchenhaft, wobei sie andere Male auch aufbrausend und aggressiv loslegen kann. Mit einem innovativen Alternative Rock-Ansatz webt sie in ihren Stücken intelligent gebaute Klanglandschaften zu Spielwiesen für ihren quirligen Gesang. Das kann man auf ihrem Debutalbum The Magic Gift Box (2012) und der EP “Chinaberry Girl” (2013) hören, die beide in Finnland produziert wurden. Doch auch in der Zeitgenössischen Musik Estlands hat Iiris mitgewirkt. Letztes Jahr sang sie vom Talliner Kammerorchester begleitet die Komposition “Luigeluulinn” (Schwanenknochenstadt) von Ülo Krigul, die auf Texten der Lyrikerin Kristiina Ehin basiert. Sogar selbiger Arvo Pärt ist von Iiris musikalischer Leistung enorm beeindruckt worden.
Und ganz magisch wird es, wenn Iiris, die zur Zeit am Londoner Goldsmiths College studiert, in ihren Konzerten solo sich selbst am Klavier begleitet. Sie weiß, konzentriert die Spannung aufzubauen, so dass man im Saal die berühmte Stecknadel fallen hört.