Film: Sparrows (Þrestir) – Regie: Rúnar Rúnarsson (IS 2015)

Montag, 22.5., 20:30, Theater Vorpommern, 4/3,5 €

Eine Veranstaltung des Filmclubs Casablanca

Der 16-jährige Ari lebt zusammen mit seiner Mutter in der isländischen Hauptstadt Reykjavík. Quasi über Nacht wird er vor die Tür gesetzt, als ihm eines Tages seine Mutter sagt, dass sie für ein Forschungsprojekt nach Afrika geht und er nicht mit könne. Stattdessen muss er seine Sachen packen und zu seinem Vater in den abgeschiedenen Nordwesten des Landes ziehen. Dort spiegelt die raue Landschaft die schwierigen Beziehungen sowohl zu seinem Vater, als auch zu seinen Freunden wider, mit denen er sich auseinandersetzen muss. Er wird nach und nach von der Rolle eines Beobachters in die einer handelnden Person gedrängt, was nicht ohne Verletzungen vonstatten geht. Der Film stellt die Frage, ob aus der Vorhölle der Jugend noch ein Mindestmaß an Empfindsamkeit ins Erwachsenenleben zu retten ist und sei es mit Hilfe einer Lüge.

San Sebastian Filmfestival & São Paulo Film Festival – Bester Film

Der Filmclub Casablanca e.V. zeigt seit 1992 in Greifswald und Umgebung Filme auf 35 mm, jenseits des Hollywood- und Blockbuster-Kinos. Durch die Digitalisierung der Filmbranche sind auch wir jetzt auf einen Beamer angewiesen und nutzen die altbewährte Technik für ausgesuchte Filme.

 

Ausstellungseröffnung: ProFinlandia

Freitag, 12.5., 14:00, Neuer Hörsaal – Campus Löfflerstraße, Eintritt frei

Deutschland, Großbritannien und Österreich-Ungarn vom Mittelalter bis Anfang der 1920er-Jahre. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem 19. Jahrhundert und der Zeit des Ersten Weltkriegs.

Die frühesten Kontakte entstanden durch die Handelsbeziehungen im Ostseeraum; weitere Berührungspunkte brachten die Reformation und der Dreißigjährige Krieg mit sich. Im 19. Jahrhundert stand die Wissenschaft im Fokus: Vor allem britische Forscher interessierten sich für Finnland. Bald machte man sich auch von Finnland aus an deutsche und britische Universitäten auf und importierte von dort industrielle Innovationen. Außerdem waren die Kontakte in der Kunst besonders eng.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die weitgehende Autonomie Finnlands im Russischen Reich zu einer politischen Frage. So stärkten beispielsweise deutsche, britische, österreichische und ungarische Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kultur Finnland in der Phase der verstärkten russischen Vereinheitlichungsmaßnahmen den Rücken, während staatliche Institutionen sich zurückhielten. Der politische Einfluss Deutschlands in Finnland während der Zeit des Ersten Weltkriegs endete mit der Niederlage des Deutschen Kaiserreiches Ende 1918. Auf der Suche nach einer neuen Positionierung im internationalen Gefüge wandte sich Finnland u.a. wieder Großbritannien zu, aber die Beziehungen zu Deutschland blieben inoffiziell weiterhin stark.

Eine Ausstellung des Nationalarchivs Finnlands in Zusammenarbeit mit der Botschaft von Finnland und dem Finnland-Institut in Deutschland.

100 Jahre Finnland. Heimat gestern, heute und morgen – Vortrag von Laura Hirvi

Freitag, 12.5., 10:00, Institut für Fennistik und Skandinavistik, Eintritt frei

2017 feiert Finnland sein 100-jähriges Bestehen als souveräner Staat. Es ist ein junges Land, in dem zur Zeit ungefähr 5 Millionen Menschen beheimatet sind. Aber was bedeutet „Heimat“ im mobilen Zeitalter des 21. Jahrhunderts? In ihrem Vortrag wird Frau Dr. Hirvi einen Blick auf Finnlands Geschichte und Gegenwart werfen und dann näher auf die Zukunft eingehen. Abschließend bleibt die Frage zu beantworten, welche Bedeutung der Begriff Heimat wohl in 100 Jahren haben wird?

Grönland – Bildervortrag von Jens Rasmussen

Donnerstag, 11.5., 16:00, Stadtbibliothek, Eintritt frei

Grönland ist eine moderne Gesellschaft mit Supermärkten, Handys und Internet. Aber gleichzeitig besteht dort auch noch die Vorstellung von Grönland als Land der Fänger und Fischer. Diese beiden Elemente prägen das Land, das wir heute kennen. In meinem Vortrag möchte ich die grönländische Geschichte skizzieren und versuchen mit Hilfe von Fotos zu aufzuzeigen, wie die grönländische Gesellschaft heute aussieht.

(Fotos: Jens Rasmussen)

Jugendbuchlesung: Anette Herzog – Pssst!

Dienstag, 9.5., 9:00 & 10:30, Stadtbibliothek, Eintritt frei

Die Autorin Annette Herzog ist in der DDR geboren, hat von 1979 – 1984 Dänisch und Englisch an der Universität Greifswald studiert und bis zum Mauerfall in Berlin als Übersetzerin gearbeitet. 1991 ist sie mit ihrem Mann und ihren vier Kindern nach Kopenhagen gezogen, wo sie immer noch wohnt. Dort hat sie auch nach einigen Jahren begonnen, Kinder- und Jugendbücher sowohl in deutscher als auch in dänischer Sprache zu schreiben.

Besonders viel Erfolg hatte sie mit in Dänemark und Deutschland erschienenen Graphic Novel “Pssst!”, die in Zusammenarbeit mit der dänischen Illustratorin Katrine Clante entstanden ist und sich an Kinder ab 10 Jahren wendet.

In dem Buch stellt sich die Hauptheldin Viola – nicht mehr Kind und doch noch nicht erwachsen – all die großen und kleinen Fragen des Lebens. In ihren Gedanken und Gefühlen geht es um Freundschaft und die Angst, ausgeschlossen zu sein. Um den Ärger mit der Familie und die Liebe und den Rückhalt, den sie gibt. Um Jungs, Aussehen und Anerkennung, um Erfolge und Rückschläge. Und immer wieder um die Frage: Wer bin ich eigentlich?
Das geschieht mit großer gestalterischer Vielfalt. Seiten wie eine Pinnwand mit alten Fotos und abgeschnittener Haarlocke, mit gekritzelten Notizen und romantischen Glanzbildern machen Violas Mädchenwelt greifbar. Comic-Panels beobachten sie in ihrem Alltag, ein Schulaufsatz und Tagebucheinträge lassen ihre Gedanken lesen.

In ihrer Lesung wird Annette Herzog dieses Buch vorstellen und erzählen, wie es entstanden ist. Darüber hinaus beantwortet sie gern Fragen zu ihrer Arbeit und ihrem Alltag als deutsch-dänische Schriftstellerin.

(Illustration: Katrine Clante)

Fest des Nordens