Kinderbuchlesung mit Tiina Nopola (FIN): „Siiri schießt ein Tor“


Mittwoch, 8.5., 9:00 & 11:00, Stadtbibliothek Hans Fallada, Eintritt frei!

Fußball spielen, das ist Siiris größtes Hobby. In einer Mädchenmannschaft möchte sie zusammen mit ihren Freundinnen Tore schießen. Doch das ist anfangs gar nicht so leicht: Sie ist die kleinste in der gesamten Mannschaft, und den Ball immer richtig zu treffen ist schwieriger als gedacht. Deshalb wird sie vom Star des Teams gehänselt. Zuerst ist Siiri verunsichert, aber so leicht gibt sie nicht auf…
Auf humorvolle und trotzdem einfühlsame Weise erzählt die finnische Kinderbuchautorin Tiina Nopola die Geschichte der kleinen Siiri. Wer wissen möchte, wie es weitergeht, und was das Mädchen sonst noch erlebt, ist herzlich in die Stadtbibliothek eingeladen. Hier wird Tiina Nopola im Rahmen ihrer Lesereise durch ganz Deutschland aus ihrem Buch „Siiri schießt ein Tor“ lesen, das unter anderem Themen wie das Finden von Selbstsicherheit und von Stärke behandelt. Dieses von Mervi Lindman illustrierte und von Greifswalder Fennistik-Studierenden übersetzte Buch ist Teil einer ganzen Kinderbuchreihe über das Mädchen Siri. Bisher sind elf Titel in Finnland erschienen.
Aber Tiina Nopola kommt nicht alleine. Sie bringt nämlich ihre Schwester Sinikka mit. Zusammen haben die beiden bis jetzt über 50 Werke (und das nicht nur für Kinder) verfasst. Diese Gemeinschaftsbücher sind in Finnland sehr beliebt, einige wurden in mehr als zehn Sprachen übersetzt, verfilmt oder auch als Musiktheater aufgeführt. Zu letzterem hat sogar der finnische Jazzmusiker Iiro Rantala die Musik geschrieben, und der ist spätestens seit seiner Auszeichnung mit dem Echo 2011 auch in Deutschland wohlbekannt.

(Foto: Jukka Lehtinen; Buchcover: © Tammi Verlag, Helsinki)

Eksjö Blåsorkester (S)


Sonntag, 5.5., nachmittags in der Greifswalder Innenstadt

Nun schon zum dritten Mal in Folge kommt zum Nordischen Klang ein skandinavisches Blasorchester und wird am Sonntag gute Laune in die Straßen Greifswalds bringen. Nach der Gladsaxe Pigegarde (2011; DK) und dem Hamar Veterankorps (2012; N) wird in diesem Jahr das Eksjö Blåsorkester aus dem gleichnamigen schwedischen Städtchen für fröhliche Melodien und bunte Farben sorgen.
Sein Heimatort, der bekannt für seine vielen alten Holzhäuser ist, liegt inmitten Wäldern und Seen in Småland genau zwischen der Streichholzstadt Jönköping und Astrid Lindgrens Vimmerby. Hier entstand an der kommunalen Kulturschule die Jugend-Marchingband, die aus einer Blechbläser-, einer Rohrblattinstrumentensektion und einer kleinen Pompon-Garde mit Tambourmarjorin besteht. Unter der Leitung von Annika Jarenmark kann man die Band mit einem sehr abwechslungsreichen Programm erleben. Dabei zählt die jährliche Reise zu den Höhepunkten im Orchesterleben. Im letzten Jahr trat das Eksjö Blåsorkester in  Oslo im großen Umzug zum 17. Mai, dem Norwegischen Nationalfeiertag, auf. Davor führten sie ihre Touren u.a. nach Prag, Lübeck und Luxemburg.

Die Isländersagas – vorgestellt von Klaus Böldl und Anita Sauckel


SA 4.5., 11:00, Stadtbibliothek Hans Fallada, Eintritt frei!

Klaus Böldl ist Mitherausgeber der 2011 in vier Bänden erschienenen Neuübersetzung der mittelalterlichen Isländersagas, die er gemeinsam mit Anita Sauckel beim Nordischen Klang vorstellen wird. 
Die 64 Sagas und Kurzerzählungen der neuen S. Fischer Edition, überwiegend im 13. Jahrhundert entstanden, erzählen vom Leben der ersten Siedler auf Island, von der Landnahme, ihren Hofgründungen, ihren Wikingerzügen, Familienfehden und Rechtsstreitigkeiten. Mit der Neuübersetzung wird Islands wichtigster Beitrag zur Weltliteratur dem deutschen Lesepublikum wieder zugänglich gemacht. Anhand von ausgewählten Textbeispielen sollen dem Publikum die Eigenheiten dieser oft tragischen, vielfach aber auch von lakonischem Witz geprägten Geschichten aus dem 13. Jahrhundert nähergebracht werden.
Klaus Böldl ist seit 2007 Professor für skandinavische Kultur- und Literaturgeschichte des Mittelalters an der Universität Kiel. Als Autor debütierte er 1997 mit dem Roman »Studie in Kristallbildung«. Seither erschienen u.a. das mit dem Brüder-Grimm-Preis sowie mit dem Hermann-Hesse-Preis ausgezeichnete poetische Reisebuch »Die fernen Inseln« (2004) und der Roman »Der nächtliche Lehrer« (2010), für den er 2013 den Hebbel-Preis erhielt.
Anita Sauckel studierte Nordische Philologie, Mittelalterliche Geschichte und Vor- und Frühgeschichte in München und Bergen, Norwegen, und wurde im Juli 2012 in München mit einer Studie über die Isländersagas promoviert. Seit April 2012 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Fennistik und Skandinavistik der Universität Greifswald.

Stummfilmkonzert: „Das Eskimobaby“ mit Asta Nielsen (DK) – Musik: Rafał Rozmus (PL) / Universitätssinfonieorchester Greifswald


Dienstag, 7.5., 19:30, Theater; Eintritt Lach-Nacht: 16/10€
FÄLLT AUS!

Polarforscher Knud bringt ein Souvenir aus Grönland mit in sein Elternhaus nach Berlin: die Eskimodame Ivigtut. Dass sie heimlich verheiratet sind, weiss keiner. Aber man erkennt es daran, dass die beiden sich ständig küssen – was man auf Grönland durch Aneinanderreiben der Nasen tut. Bis ihr Eheschluss rauskommt, zumal ja auch Nachwuchs nachwächst, bringt „Das Eskimobaby“ Paradenummern des Kulturclash-Slapsticks. Die berühmte dänische Stummfilmschauspielerin Asta Nielsen in der Robbenfellhose hatte so die Möglichkeit, auch einmal ihr komisch-burleskes Talent auszuspielen. Notbremse, Lampenschalter, Dienstmädchenklingel – Ivigtut kennt nichts Schöneres als die Vorrichtungen der modernen Zivilisation exzessiv auszuprobieren und Chaos auszulösen. Dabei parodiert sie durch Nachahmung die Gepflogenheiten der Grunewalder Spießerwelt, von der sie selbst als Völkerschauspektakel betrachtet wird. Sie beschnüffelt freudig Professorenknacker, die wie alte Eisbären muffeln, und geht auf Beutezug im Warenhaus. Und am Ende liegen sich alle in den Armen.
Das klingt sehr lustig, aber weil ein Stummfilm zunächst einmal gar nicht klingt, weil er ja stumm ist, braucht man Töne, die das Witzige herausstreichen. Der polnische Komponist Rafał Rozmus (geb. 1981) hat zum Streifen neue Musik für großes Ensemble geschrieben. Das Greifswalder Universitätssinfonieorchester unter der Leitung von UMD Harald Braun wird sie in Anwesenheit des Komponisten in deutscher Erstaufführung spielen. Rafał Rozmus, der an der Musikhochschule von Lublin ausgebildet wurde, hat neben einer ganzen Reihe von Stummfilmkompositionen, für die er als Experte gilt, auch Soundtracks für aktuelle Filme geschaffen, so dass seine Filmographie mittlerweile 24 Titel umfasst.

Paolo Nani (I/DK): Der Brief


DI 7.5., 19:30, Theater; Eintritt Lach-Nacht: 16/10€

Ein Mann kommt rein, setzt sich an den Tisch, schenkt sich ein Glas Wein ein und beginnt, einen Brief zu schreiben. Das ganze wird 15 mal wiederholt, ohne dass der Mann ein einziges Wort spricht. Gähn!? Von wegen!!!
In der Einfachheit liegt die Genialität dieses Stückes des Italo-Dänen Paolo Nani, das „eine der lustigsten Vorstellungen der Welt“ genannt wurde. OK, wir aus dem skeptischen Norden bleiben bei so einem Superlativ erst einmal kühl. Aber überall auf der Erde, wo Nani bisher den „Brief“ aufgeführt hat, hinterließ er ein seliges Publikum mit äußerst strapazierten Lachmuskeln.
Jede Wiederholung der simplen Handlung spielt Paolo Nani in einem anderen Stil: Rückwärts, Zwei Dinge gleichzeitig, Besoffen, Ohne Hände, Stummfilm, Western, Horror, und vieles mehr. Für das Zwerchfell der Zuschauer wird es dabei zunehmend härter. In einem Crecendo sprudeln die Einfälle, Spielereien und Gags. Das ist extreme Komik-Kunst: absurdes, faszinierendes, voll aufgedrehtes physisches Theater mit einem Meister der Körpersprache und der Mimik. „Der Brief“ entstand 1992 und gewann 1994 den ersten Platz des European Comedy Award in Frankfurt/Main. Seitdem ist das Stück in schon bald tausend Vorstellungen immer weiter ausgearbeitet worden, wobei einen wesentlichen Faktor Paolo Nanis Kontakt mit dem Publikum ausmacht – und das ist immer anders. Ein Klassiker zum Kringeln!

paolonani.com

Fest des Nordens