nordoststreifen: „Fenster zum Sommer“ (D 2011)


30.4., 20:30, Pommersches Landesmuseum; Eintritt: 3,50€

Ein filmischer Vorklang des Landesmuseums!
Ein Sommer in Finnland. Juliane (Nina Hoss) verbringt den ersten gemeinsamen Urlaub mit ihrer großen Liebe August (Mark Waschke), für den sie ihren langjährigen Freund Philipp (Lars Eidinger) verlassen hat. Ganz plötzlich wacht sie, wie durch einen Zeitsprung, wieder im verschneiten Berlin auf. War der Sommer nur ein Traum? Hin- und hergerissen zwischen Hoffen und Bangen macht Juliane sich erneut auf den Weg in die Zukunft…
Lässt sich das Schicksal austricksen? Und wie verhält man sich, wenn man seine Zukunft schon zu kennen glaubt? Hendrik Handloegtens (Regisseur von „Liegen lernen“) magisch-rätselhafte Liebesgeschichte handelt von der
Hoffnung auf eine zweite Chance. Ein Film über eine Liebe, die sich nicht an die Grenzen der Zeit hält. Und die so groß ist, dass sie nach einer zweiten Chance verlangt. (Text: Presseheft)

Ein Angebot der Kulturreferentin für Pommern.
Eine Veranstaltung des Pommerschen Landesmuseums im Rahmen des Nordischen Klangs

Gush (S) – 25th Anniversary Tour


9.5., 20:00, Kulturzentrum St. Spiritus; Eintritt: 12/8€

„Gush“, das ist ein Improvisationstrio aus Schweden mit drei der besten Freispieler von dort: Mats Gustafsson, Saxophone, Sten Sandell, Piano, und Raymond Strid, Drums. „Gush“, das heißt Heraussprudeln: eine eruptive Kräftedynamik also, in der die zurückhaltende, stauende Größe ebenso wichtig ist, wie der sich befreiende Flow – ganz gleich, ob das nun für das Kollektivwirken oder den Solisten allein gilt. „Gush“, das sind atonale Intervalle, transformierte Motivkerne, Hummeltänze, Mundstückexplosionen, Rumpeleien, geschrieene Loops und Abklingen, düsteres Summen, ein Hackefest und noch so vieles mehr. Dem Trio gelingen sehr abwechslungsreiche Atmosphären, feinste Verzahnungen und kohärente Steigerungen bis zum besagten „Gush“. Und nicht selten fängt dann der Puls ganz heimlich an zu swingen.
Mats Gustafsson, verwandelt sein Horn in ein Kraftwerk. Er ist in vielen internationalen Formationen zu erleben (u.a. Sonic Youth, Peter Brötzmann, Paul Lovens, Jim O`Rourke und Barry Guy) und machte zuletzt Furore mit seinen Fragmentierungen der schwedischen Jazzgeschichte in der Band „Swedish Azz“ und der Zusammenführung von Pop und Freien Tönen mit Neneh Cherry als „The Cherry Thing“. 2011 wurde Mats Gustafsson mit dem Musikpreis des Nordischen Rates ausgezeichnet. Sandells Pianomusik ist flirrende Energie; was er in eigenen Formation oder etwa im Zusammenspiel mit Evan Parker oder Chris Cutler ausspielte. Und Schlagzeuger Raymond Strid hat Musiker wie Marilyn Crispell, Barry Guy und Pat Thomas angetrommelt. Zusammen sind sie „Gush“ und das jetzt seit 25 Jahren, in denen sie auf Festivals von Vancouver bis Tampere heraussprudelten. (Foto: Cato Lein)

Irmelin (S) – North Sea Stories


SA, 11.5., 15:00, Altes E-Werk; Eintritt: 8/5€

Das Vokaltrio Irmelin besteht aus den Sängerinnen Eva Rune, Maria Misgeld und Karin Ericsson Back, deren musikalische Herzen in den Folktraditionens Schwedens und Nordeuropas schlagen. Ihre A Capella-Kunst berührt tief, wenn ihre drei Stimmen in den Raum abheben. In ihrem Programm North Sea Stories stechen sie in See, um Weisen aus Schweden und Norwegen mit Liederperlen von den Färöern und aus Shetland, Schottland und England zu vereinen. Das Trio besteht seit 1999 und hat bisher zwei Alben herausgebracht. Ein drittes segelt in kürze in den Hafen ein. Und im fernen Taiwan haben sie 2008 die Silbermedailie im internationalen A Capella-Wettbewerb gewonnen. Bisher am schönsten hat Peter Schwingle, ein Herr aus New York, wo sie letztes Jahr auftraten, das Konzerterlebnis mit Irmelin beschrieben:
„Diesen drei Ladies gelingt es mühelos, einfach jede Note aus der Luft zu greifen und mit Harmonien zu unterfüttern, als würde man in den Wolken schweben. Wie mit Nägelchen bauen sie dann mit Dissonanzen die Spannung auf, so dass man vor Aufregung auf der Stuhlkante sitzt, nur um dann alles wieder in pure Euphorie aufzulösen. Beim Erschaffen von rhythmische Harmoniefundamenten und Melodien im Frage-und-Antwort-Stil erfüllen ihre Stimmen den Raum mit beruhigenden und angenehmen Klängen.“ (Foto: Olof Misgeld)

www.irmelin.nu

Autorenlesung mit Pedro Carmona-Alvarez (N): „Das Wetter änderte sich, es wurde Sommer und so weiter“


MO, 13.5., 20:00, Literaturzentrum Vorpommern, Koeppenhaus; Eintritt: 3€

„Er ist aus New Jersey. Sie ist aus Oslo. Sie treffen sich in New York Ende der 50er Jahre. Sie verlieben sich. Sie heiraten und ziehen nach Asbury Park. Sie bekommen zwei Mädchen, die einige Jahre später bei einem Unfall sterben. Ein Leben in Schwarz. 1967 ziehen sie nach Norwegen. Ein Jahr später bekommen sie ihre Tochter Maria.“ Und weiter: „Das Wetter änderte sich, es wurde Sommer und so weiter ist ein kleiner Roman über die großen Dinge – über Liebe, Verlust, Entbehrung und Wurzellosigkeit, über das Leben in einer Tragödie und das Aufwachsen im Schatten des Todes.“ Das steht auf dem Rücken des Buches, aber traurig macht die Lektüre nicht. In Norwegen wurde der 2012 erschienene Roman von Pedro Carmona-Alvarez sehr gut von den Lesern und der Kritik aufgenommen, wobei insbesondere sein „mitreißender Stil“ (VG) und seine „poetische Erzählkunst“ (Bergensavisen) gelobt wurden.
Pedro Carmona-Alvarez wurde 1972 in La Serena, Chile, geboren. Wegen der politischen Aktivitäten seines Vaters floh die Familie nach Argentinien. Als er 12 war zogen sie nach Norwegen. 1997 debütierte er mit Lyrik; Prosa, Nachdichtungen vor allem aus dem Spanischen, und Essays folgten. Seinen Durchbruch als Romancier erlangte er mit dem großen Generationenroman Rust (2009; Rost). Pedro Carmona-Alvarez kann darüber hinaus nicht nur Hunde umdrehen, sondern er ist auch Sänger, Musiker und Songschreiber in verschiedenen Bands, darunter in Sister Sonny oder in seinem Soloprojekt Moonpedro & The New Farm Street Orchestra. Dylan und Cohen haben es ihm musikalisch angetan; aber auch Charlie Parker, yes!
Die deutsche Übersetzung von Pedro Carmona-Alvarez’ Roman „Das Wetter änderte sich, es wurde Sommer und so weiter“ wird zur Frankfurter Buchmesse 2013 im Open House Verlag erscheinen. Den Abend moderieren Frithjof Strauß (Nordischer Klang) und Laura Baier (Skandinavistik-Studentin an der Humboldt-Universität Berlin). (Foto: Eva Lene Gilje Østensen)

Mit Unterstützung von NORLA (Norwegian Literature Abroad)

Vilma Timonen Quartet (FIN)


Montag, 6.5., 20:00, Kulturzentrum St. Spiritus; Eintritt: 10/6€

In Finnland nennt man die zitherartige Kantele gerne das „Nationalinstrument“, so als würde aus ihr seit nebulösen Urzeiten die Finnenseele schallen. Aber die Kantele hat auch eine glänzende Zukunft als „Internationalinstrument“, weil sie in ihrer Begegnung mit anderen Musikkulturen Sounds entwickeln kann, die einen Regionalbezug weit hinter sich lassen. Das zeigt beeindruckend die Musik des Vilma Timonen Quartets, die in traditionellen Melodien und Eigenkompositionen Folklore, Pop und Jazz verbindet. Vilma Timonen erschafft ihre Musik im ständigen Dialog mit dem Formenschatz der Weltmusik – oder besser gesagt mit den Musiken der Welt –, und sie ist eine Pionierin der elektrischen Kantele. An der Sibelius Akademie unterrichtet sie u.a. im Studiengang Global Music. Ihr Quartett bekam 2009 für die CD „Forward“ die Auszeichnung für das beste Ethno-Album in Finnland. Mitbeteiligt an diesem Erfolg sind Bassist Ape Anttila, der 2002 mit dem quirligen Lenni Kalle Taipale Trio in Greifswald auftrat, und Drummer Mikko Hassinen, auch er ein gefragter Sideman in der finnischen Jazzszene. Der hervorragende Gitarrist Topi Korhonen hat dagegen einen Folklore-Hintergrund. Schon 2001 bewies er beim Nordischen Klang im Duo Pole Pole mit dem aus Tansania stammenden Kantelespieler Arnold Chiwalala, dass Finnland auch tropische Saiten zu bieten hat. (Foto: Sami Mannerheimo)

In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Finnischen Gesellschaft e.V.

http://www.vilmatimonen.com/