Ausstellungseröffnung: Selshamurinn. Die Seehundshaut

Selshamurinn

Ambrotypien von Eymelt Sehmer.
Donnerstag, 12.5., 17:00, ETcetera KunstDesign, Eintritt frei

Eymelt Sehmer mag Märchen. Deshalb spielen sie auch immer eine Rolle in ihren Arbeiten – egal ob diese fotografischer oder filmischer Natur sind. Seit Eymelt 2008 das erste mal auf Island war, haben die Menschen und das Land sie mit ihrem Märchen- und Sagenschatz gefesselt.
Das isländische Märchen ‚Selshamurinn‘ (Die Seehundshaut) hat es ihr dabei besonders angetan. Es handelt von einem Selkie. Selkies sind schöne Frauen, die im Wasser in Gestalt eines Seehundes leben. An Land können sie ihre Seehundhaut ablegen.
In diesem Märchen raubt ein junger Fischer einem Selkie sein Hautgewand. Fortan muss die schöne Frau bei dem Fischer an Land leben. Sie heiraten und bekommen Kinder. Doch die Sehnsucht der Frau nach ihrer Heimat – dem Meer – wird immer größer…
Dieses Märchen wird nicht nur auf Island erzählt, sondern auch in anderen europäischen Ländern, wie Irland, den Orkney Inseln und den Färöern.
Im 160-jahre alten Kollodium-Nassplattenverfahren hat Eymelt Sehmer in 13 Motiven dieses Märchen auf großformatigen Foto-Glasplatten nacherzählt – so dass es auch jene verstehen und interpretieren können, die das Märchen nicht gelesen haben. Eine Sound-Installation wird die Ausstellung musikalisch begleiten. Zu hören ist die färöische Musikerin Eivør, mit ihrem kürzlich publizierten Album ‚At The Heart Of A Selkie‘ – einer Vertonung eben jenes Märchens.
Das isländische Volksmärchen ‚Selshamurinn‘ verweist auf aktuelle Themen: Wie weit sind Menschen in der Lage sich zu integrieren? Wie bereit sind Menschen, andere zu integrieren?
Die Geschichte handelt von einer Frau, für die diese Fragen von größter Bedeutung sind. Sie ist gefangen zwischen zwei Kulturen.
Eymelt lebt und arbeitet in Berlin als Fotografin und Filmemacherin und hat einen Isländer nach Deutschland mitgenommen.
Bei der Ausstellungseröffnung am 12. Mai wird es eine Lesung isländischen Märchen geben.