Stummfilmkonzert: „Das Eskimobaby“ mit Asta Nielsen (DK) – Musik: Rafał Rozmus (PL) / Universitätssinfonieorchester Greifswald


Dienstag, 7.5., 19:30, Theater; Eintritt Lach-Nacht: 16/10€
FÄLLT AUS!

Polarforscher Knud bringt ein Souvenir aus Grönland mit in sein Elternhaus nach Berlin: die Eskimodame Ivigtut. Dass sie heimlich verheiratet sind, weiss keiner. Aber man erkennt es daran, dass die beiden sich ständig küssen – was man auf Grönland durch Aneinanderreiben der Nasen tut. Bis ihr Eheschluss rauskommt, zumal ja auch Nachwuchs nachwächst, bringt „Das Eskimobaby“ Paradenummern des Kulturclash-Slapsticks. Die berühmte dänische Stummfilmschauspielerin Asta Nielsen in der Robbenfellhose hatte so die Möglichkeit, auch einmal ihr komisch-burleskes Talent auszuspielen. Notbremse, Lampenschalter, Dienstmädchenklingel – Ivigtut kennt nichts Schöneres als die Vorrichtungen der modernen Zivilisation exzessiv auszuprobieren und Chaos auszulösen. Dabei parodiert sie durch Nachahmung die Gepflogenheiten der Grunewalder Spießerwelt, von der sie selbst als Völkerschauspektakel betrachtet wird. Sie beschnüffelt freudig Professorenknacker, die wie alte Eisbären muffeln, und geht auf Beutezug im Warenhaus. Und am Ende liegen sich alle in den Armen.
Das klingt sehr lustig, aber weil ein Stummfilm zunächst einmal gar nicht klingt, weil er ja stumm ist, braucht man Töne, die das Witzige herausstreichen. Der polnische Komponist Rafał Rozmus (geb. 1981) hat zum Streifen neue Musik für großes Ensemble geschrieben. Das Greifswalder Universitätssinfonieorchester unter der Leitung von UMD Harald Braun wird sie in Anwesenheit des Komponisten in deutscher Erstaufführung spielen. Rafał Rozmus, der an der Musikhochschule von Lublin ausgebildet wurde, hat neben einer ganzen Reihe von Stummfilmkompositionen, für die er als Experte gilt, auch Soundtracks für aktuelle Filme geschaffen, so dass seine Filmographie mittlerweile 24 Titel umfasst.