Tatort Schweden – Krimiausstellung

Zu sehen sind eine Auswahl aktueller schwedischer Krimiautoren und ihre literarischen Tatorte.
Freitag, 6.5. Stadtbibliothek, Eintritt frei

bis 4.6.2016
Obwohl in Schweden nicht besonders viele Morde verübt werden, hat sich der schwedische Kriminalroman in kurzer Zeit zu einer literarischen Spezialität von Weltruf entwickelt. Von Gotland im Osten bis Fjällbacka im Westen, von Ystad im Süden bis Kiruna im Norden kann man das Land auf eine ganz andere Art entdecken, nämlich durch Mordermittlungen, bei denen es nicht nur um Verbrechen geht, sondern auch um den schwedischen Wohlfahrtsstaat und die menschliche Natur.
Die Geschichte der schwedischen Kriminalliteratur begann vor gut 120 Jahren mit der Veröffentlichung von Stockholms-detektiven (dt. Der Stockholm-Detektiv) 1893, geschrieben von Prins Pierre, einem Pseudonym. Seine goldenen Jahre erlebte der schwedische Krimi in den 1950ern, als Stieg Trenters Stockholmschilderungen mit Maria Langs gemütlichen Krimis, die ebenfalls in Stockholm und in Bergslagen spielten, wetteiferten und es darüber hinaus zahllose weitere Krimiautoren gab. Dennoch waren es nicht so viele wie heute. Das schwedische Krimiphänomen wuchs sich vor allem im abgetragenen Sakko von Kommissar Martin Beck stark, der Hauptfigur des legendären Roman-Zyklus Roman über ein Verbrechen von Maj Sjöwall und Per Wahlöö. Die Tote im Götakanal stellte 1965 die Geburtsstunde des modernen schwedischen Polizeiromans dar – voller Gesellschaftskritik und mit relativ gewöhnlichen Menschen, die versuchen, sich in einer auseinanderfallenden Gesellschaft zurechtzufinden.

Die Ausstellung besteht aus neun Roll-Ups und stellt eine Auswahl aktueller schwedischer Krimiautoren und ihre literarischen Tatorte vor. Die Texte stammen aus der Feder von Lotta Olsson, Krimikritikerin der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter.
Foto: Cecilia Larsson Lantz / Imagebank.sweden.se

Eine Ausstellung des Schwedischen Instituts Stockholm. Unterstützt von Schwedische Botschaft