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Videogruß zum 30. Festivaljubiläum

Pandemiebedingt startet der Nordische Klang in diesem Jahr digital ins Jubiläumsprogramm. Zum offiziellen Festivalbeginn am 7. Mai wird um 19:00 Uhr auf unserem YouTube-Kanal ein Film zum 30. Jubiläum ausgestrahlt. Darin wird es Interview-Sequenzen mit den Organisator*innen, Rückblicke auf die Festivalgeschichte, Video-Grüße von Bands vergangener Jahre sowie einen Ausblick auf das Programm im Sommer geben. 


Neue Nordische Novellen VII

DI, 18. Mai, 19:00 Uhr, online

Studierende der Universität Greifswald präsentieren eigene Übersetzungen von Kurzgeschichten und Gedichten aus Nord- und Nordosteuropa.

Bereits zum siebten Mal geben zwei Studentinnen der Universität Greifswald die Anthologie Neue Nordische Novellen heraus. Die Anthologie mit dem Titel „Zeitstücke“ ist im Heiner Labonde Verlag erschienen. Sie enthält 53 Kurzgeschichten und Gedichte, die sich mit dem Thema Zeit auseinandersetzen. 30 Studierende der Universität übersetzten die Texte erstmalig aus dem Dänischen, Estnischen, Finnischen, Isländischen, Lettischen, Norwegischen, Polnischen, Russischen, Schwedischen, Tschechischen und Ukrainischen ins Deutsche. Kunststudierende des Caspar-David-Friedrich-Instituts ergänzten die Geschichten mit Illustrationen. 
Die Übersetzungen entstanden in den letzten zwei Jahren im Rahmen eines von interStudies_2 geförderten Projekts als Zusammenarbeit von Studierenden des Instituts für Fennistik und Skandinavistik sowie der Institute für Slawistik und Baltistik. Die Neuen Nordischen Novellen wurden 2004 von Prof. Dr. Pantermöller ins Leben gerufen. Das Projekt bietet Studierenden berufspraktische Erfahrungen im literarischen Übersetzen und ermöglicht ihnen erste Referenzen für ihre Wege nach dem Studium. Die studentischen Übersetzer*innen machten sich mit der jungen literarischen Szene ihrer Sprachen bekannt, nahmen selbstständig Kontakt zu Autor*innen auf und übersetzten anschließend ihre Texte alleine oder in kleinen Gruppen. Unterstützt wurden die Studierenden dabei von Dozierenden der beteiligten Philologien. 
In der Anthologie „Zeitstücke“ beschreiben die aufstrebenden Autor*innen ihre Vorstellungen von Zeitwahrnehmung und -verständnis. Sie geben Rückblicke in Kindheit und Jugend von Charakteren und bringen kostbare Momente vergangener Zeiten zum Vorschein, reflektieren aber auch traurige und traumatische Erlebnisse. Immer wieder wird deutlich, wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ineinander verwoben sind.

Hier geht’s zum digitalen Festivalprogramm im Mai 2021.

CD-REZENSION: LOW-FlY QUINTET

Covergrafik: Losen Records

Low-Fly Quintet
Winter Love Song
Losen Records

Unter den Jazzsängerinnen gibt es nur wenige, die so stark die Stilistik der 1930er Jahre verinnerlicht haben wie Camilla Tømta aus Hamar in Norwegen. Nicht nur, dass sie Jazz Standards aus dieser Zeit interpretiert; sie hat jetzt auch ein ganzes Album mit von ihr selbst neu geschriebenen catchy Swingsongs im Retrostil herausgegeben, heiter und berührend. Dabei lässt sich ihre stark akzentuierende Sopranstimme wohl am ehesten mit der von Mildred Bailey – der allzu schnell vergessenen – vergleichen: eine Stimme, die in Tonlage, Vibrato und Phrasierung zwischen Ella Fitzgerald und Billie Holiday pendelt. Ihre Band besteht aus einer Rhythmusgruppe mit Ole Gjøstøl am Klavier, der seine Improvisationen in träumerisch singender Klarheit ausmalt. Sein Stil erinnert an den schwedischen Folklorejazzpionier, den Pianisten Jan Johansson. Dazu kommt ein Cello, gespielt von der klassisch ausgebildeten Siri Snortheim, das eben nicht als Ersatz von Bläserakkompagnement konzipiert ist, sondern eine für den Swing ungewöhnliche, harmoniestützende Streicherbegleitung ergänzt. Dne Bass spielt Uri Sala und die Drums Skjalg Lidsheim. Eine schöne Möglichkeit des Swing für unsere Zeit.

(Text: Frithjof Strauß)

Flamencoduo Anna Murtola & Joonas Widenius

Foto ©Jari Flinck

In den Konzerten des aus Nordfinnland stammenden Duos hört man sowohl die mitreißende Spannung des traditionellen Flamencos als auch vom durchdringenden Gesang angetriebene Stücke. Hier treten die kräftige Stimme der Flamencosängerin Anna Murtola und die virtuosen Rhythmen von Joonas Widenius’ Flamencogitarre in einen intensiven Dialog. Der lange gemeinsame musikalische Weg der beiden führte sie zu künstlerischer Perfektion. In ihrem Wechselspiel verschmelzen feinziselierter Rhythmus und eingängige Interpretation. Dieser beseelte Flamenco fängt das Publikum mit Können und Atmosphäre ein.

Anna Murtola aus Oulu gilt als die nördlichste Flamenco-Sängerin der Welt. Sie hat ihre starke Stimme als Interpretin der spanischen Tradition gefunden und agiert als vielseitige Musikerin . Sie tritt als Solokünstlerin auf und wirkt in Gruppenprojekten mit Musik, Tanz und Bildkunst aus verschiedenen Kultur- und Genrebereichen mit. Anna Murtola ist eine Pionierin der finnischen Flamenco-Gesangsausbildung. Neben ihrer Solokarriere gründete sie ein Duo mit dem Flamenco-Gitarristen Joonas Widenius. Ebenfalls ist sie als Sängerin in der World Fusion-Band Bajo Cero und in mehreren kleineren Gruppen aktiv. Sie trat extensiv bei verschiedenen Festivals von Pori Jazz bis Provinssirock und in Clubs von Oulu bis Süditalien auf. Murtola hat einen Mastergrad im Rahmen des nordischen Global Music-Programms zwischen der Sibelius-Akademie und der Royal Academy of Music in Aarhus.

Joonas Widenius aus Tornio hat sich als Flamenco-Gitarrist in einer Vielzahl von Produktionen mit Flamenco-Tänzern, Konzerten und Einspielungen – solo und mit anderen Musikschaffenden wie beispielsweise dem UMO Helsinki Jazz Orchestra – einen Namen gemacht. In Helsinki leitet er seit 2012 einen Flamenco-Verband. Joonas Widenius war 2019 mit seinem Trio auf einer Deutschland-Tournee der Deutsch-Finnischen-Gesellschaft. In diesem Rahmen trat er auch beim Nordischen Klang in Greifswald und in Grimmen auf.

Als wir tanzten – Spielfilm von Levan Akin (S/Georgien 2019)

Plakat © Salzgeber

MO 17.5., 20:00, 113 Minuten, OmdtU, Filmclub Casablanca e.V., online

Zugang zum Film:
Wir teilen den Link zum Film im Chat der BigBlueButton (BBB) Konferenz. Den Zugangslink zur BBB-Konferenz finden Sie an dieser Stelle zum Filmtermin. Geben Sie den Link in die Browsersuchleiste, auf der Seite angekommen, werden Sie nach Ihrem Vornamen gefragt und dann drücken Sie auf “starten” und Sie gelangen in die Videokonferenz. Falls der Chat ausgeblendet ist, finden Sie ihn ganz oben über der Teilnehmerliste einfach auf “öffentlichen Chat” klicken.


Zum IDAHOBIT (Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und
Trans*feindlichkeit)

Merab ist Student an der Akademie des Georgischen Nationalballetts in Tiflis. Sein größter Traum ist es, professioneller Tänzer zu werden. Als Irakli neu in die Klasse kommt, sieht Merab in ihm zunächst einen ernstzunehmenden Rivalen auf den ersehnten Platz im festen Ensemble. Aus der Konkurrenz wird bald ein immer stärkeres Begehren. Doch im homophoben Umfeld der Schule, in der konservative Vorstellungen von Männlichkeit hochgehalten werden, wird von den beiden erwartet, dass sie ihre Liebe geheim halten.

Das mitreißende Liebes- und Tanzdrama des schwedischen Regisseurs Levan Akin wurde in Cannes als Entdeckung gefeiert und seitdem vielfach ausgezeichnet, unter anderem in vier Kategorien beim Schwedischen Filmpreis Guldbaggen. Der Queer-Feindlichkeit, die in Georgien erschreckend weit verbreitet ist, hält der Regisseur, dessen Familie selbst aus dem Land stammt, eine entschiedene Feier von nicht-heterosexueller Liebe entgegen. Hauptdarsteller Levan Gelbakhiani, einer der European Shooting Stars der Berlinale 2020, wurde für sein ergreifendes Spiel mit Preisen überhäuft und war für den Europäischen Filmpreis nominiert.

Hier geht’s zum digitalen Festivalprogramm im Mai 2021.