SChwedisches Liedkonzert: Jacoba Arekhi (Sopran) & Johann Putensen (Klavier)

SA 14.8., 15:00, Garten der Musikschule am Wall
Eintritt: 12/8 Euro

Schwedische Kunstlieder thematisieren oft die Liebe zur Natur, insbesondere zum Meer. Für die Sängerin Jacoba Arekhi und den Pianisten Johann Putensen hat die an sich melodiehafte, schwedische Sprache eine ganz besondere Bedeutung. Als kleinen Vorgeschmack auf ihr Konzert im Sommer haben Jacoba Arekhi und Johann Putensen mit “I skogen” (Melodie: Wilhelm Stenhammar, Text: Albert Theodor Gellerstedt) einen kurzen schwedischen Liedergruß für uns aufgenommen.

Für ihr Konzert haben die beiden ein Programm aus schwedischen Volksliedern und Kunstliedern zusammengestellt. Darunter finden sich die Komponisten Adolf Fredrik Lindblad (1801-1878).Wilhelm Peterson-Berger (1867-1942), Wilhelm Stenhammar (1871-1927), Gunnar de Frumerie (1908-1987), Emil Sjögren (1853-1918) und Ture Rangström (1884-1947), die zu den wichtigsten Vertretern der schwedischen Liedkultur zählen. Gemeinsam widmet sich das Duo dem Kontrast zwischen Sehnsucht und Melancholie sowie den extremen Jahreszeiten Schwedens. Ihr Programm: musikalisch reflektiert und greifbar ausgedrückt durch Poesie und Klänge.

Jacoba Arekhi ist eine schweizerisch-schwedische Sopranistin mit Wurzeln in Turkmenistan, Bolivien und Argentinien. Geboren und aufgewachsen ist sie in der Schweiz. Ihre Muttersprache ist jedoch schwedisch und ihren Bachelor in Gesang absolvierte sie an der Königlichen Musikhochschule in Stockholm. Johann lernte die schwedische Musik und Sprache kennen und lieben – zum einen dank seiner Großeltern, die im heutigen Institut für Fennistik und Skandinavistik in Greifswald tätig waren, und zum anderen dank seiner Partnerin Jacoba.

Die beiden lernten sich bei einem Konzert in der Hochschule für Musik und Theater Rostock kennen. Ihre musikalischen Schwerpunkte hätten zu dem Zeitpunkt nicht unterschiedlicher sein können: Jacoba vollendete gerade ihr Masterstudium in Bühnengesang in Rostock und absolvierte Auftritte als Opern- und Konzertsängerin unter anderem am Theater Vorpommern, Årsta Theater und bei der Greifswalder Bachwoche. Johann zog es währenddessen eher in die Jazz-, Rock- und Popmusik und das trotz seiner klassischen Ausbildung im Dirigieren. Seine ersten größeren Kompositionen entstanden 2013 in Zusammenarbeit mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock und dem Philharmonischen Orchester Vorpommern, wo u.a. eigene Stücke in einer Konzertreihe uraufgeführt wurden. Seit 2017 veröffentlichte er zwei Alben mit eigenen Klavierkompositionen und „Saxofon Jazzsinfonien“. 

In ihrer künstlerischen Zusammenarbeit schafften Jacoba und Johann es, die verschiedenen Stilrichtungen miteinander zu verbinden. Daraus entstanden gemeinsame Liederabende, Studioproduktionen und auch Inszenierungen. Darunter beispielsweise die Monooper „Das Tagebuch der Anne Frank“ von Grigori Frid.

Seit 2018 leitet das Paar zudem gemeinsam die Musikschule am Wall in Greifswald und organisiert dabei verschiedenste musikalische Veranstaltungen und Projekte. Zum Beispiel wurde mit Partnern der Workshop „Wie klingt die Welt?“ speziell für Jugendliche entwickelt. Das internationale Team der Musikschule bietet den Musikunterricht nicht nur auf verschiedensten Instrumenten und Stilen an, sondern auch auf Schwedisch und in vielen anderen Sprachen.

Schwan, Ren und Bär – Die Tiere des Plakatmotivs

Ein Saxophon spielender Schwan, ein Rentier mit einer Kantele und ein trommelnder Bär. Die Symbolik des diesjährigen Plakatmotivs ist keineswegs zufällig gewählt sondern repräsentiert die Schirmherrschaft Finnlands beim Nordischen Klang 2021. Doch was haben die Tiere eigentlich mit Finnland zu tun und warum haben sie einen so hohen Status? Ein großer Teil des nordischen Landes wird von Wäldern und Flüssen vereinnahmt, doch auch die Finninnen und Finnen selbst gelten und bezeichnen sich als sehr naturnahe Menschen. Kein Wunder also, dass sie nicht nur ein Nationaltier haben, sondern gleich sieben Nationalnatursymbole. Diese wurden von der Bevölkerung per Briefwahl in den 80er und 90er Jahren gekürt.

Quelle: Wikipedia

Seitdem ist der Singschwan der offizielle Nationalvogel Finnlands, doch schon vorher war er tief in der finnischen Geschichte und Kultur verankert. Bereits im Nationalepos Kalevala tritt er in Erscheinung, und auch beim bedeutendsten finnischen Komponisten Jean Sibelius fand der Singschwan immer wieder Einzug in dessen Werke. Auch heute noch ist der Vogel ein beliebtes Motiv. Er ziert das Umweltsiegel des Nordischen Ministerrats und ist zudem das Symbol auf der finnischen 1-Euro Münze. Wie die meisten Schwäne ist auch der Singschwan ein Zugvogel und fliegt über den Winter in wärmere Gebiete. Durch seine Wiederkehr im Frühling ist er für die Finnen zudem ein Symbol für Licht und neuen Anfang geworden. Doch auch Anmut und ewige Liebe werden mit ihm verbunden.

Quelle: Pixabay

Der Braunbär ist das Nationaltier Finnlands und auch seine Geschichte reicht weit zurück. Bereits bei den finno-ugrischen Völkern war der Bär ein gefürchtetes aber auch verehrtes Totemtier. Dies änderte sich auch nicht im Kalevala. Dort steht geschrieben, dass es verboten ist das Wort „Bär“ in den Mund zunehmen und lieber Umschreibungen wie „König des Waldes“ verwendet werden sollen. Auch Besänftigungs- und Opferrituale wurden früher zu Ehren des Bären abgehalten. Neben dem Nationalepos kommt das Säugetier auch in etlichen finnischen Märchen vor. Dabei wird er immer als gutmütig und weise dargestellt. Heutzutage streift der Braunbär wieder durch die finnischen Wälder, nachdem er sehr bedroht war. Man geht davon aus, dass der aktuelle Bestand ungefähr 1.500 Tiere umfasst. Und auch die ehrfürchtige Bedeutung des größten fleischfressenden Säugetiers Europas für die Finninnen und Finnen hat nicht nachgelassen. Neben 200 verschiedenen finnischen Wörtern für Bär, ist die Wahl zum Nationaltier wohl der beste Beweis.

Quelle: Pixabay

Das Ren oder auch Rentier ist zwar kein Nationaltier Finnlands – das macht es aber nicht weniger wichtig für das Land der tausend Seen. Gerade für Finnisch-Lappland, den nördlichen Teil des Landes, ist das Rentier das Symbol und Aushängeschild schlechthin. Und das aus gutem Grund. Es leben nicht nur mehr Rentiere als Menschen dort; die Rentierzucht generell weist eine lange Tradition auf. In dem dünn besiedelten Teil des Landes mit langen, kalten und dunklen Wintern bietet diese Hirschart seit jeher alles überlebenswichtige für den Menschen. Um es mit den Worten eines finnischen Rentierzüchters zu sagen: „Rentiere sind alles für mich. Sie ernähren mich. Sie halten mich warm. Sie bringen mich überall hin.“ Man sollte einen Rentierzüchter übrigens nicht nach seinem Bestand an Rentieren fragen. Das ähnelt hier der Frage nach dem Kontostand.

Die Instrumente auf dem Plakat sind natürlich auch kein Zufall. Doch dazu mehr in einem weiteren Blogbeitrag.

(Text: Lars Bührmann)

Karmen Rõivassepp Quartet

Karmen Roivassepp

SA 21.8., 15:00, St. Spiritus, Innenhof
Eintritt: 12/8 Euro

Seit ihres Umzugs von Estland nach Dänemark 2012 hat die Jazzsängerin und Komponistin Karmen Rõivassepp mit fester Basis in der Jazzszene von Århus ein ständig wachsendes Publikum erreicht. Ihre fast instrumentengleiche Art zu singen, der klare, helle Klang ihrer Stimme und ihre spielerische Improvisation begeistern nicht nur in den Jazzclubs. Auch Großensembles wie Danmarks Radio Big Band und das Aarhus Jazz Orchestra hat Karmen Rõivassepp inspiriert, mit ihr als Solistin Konzerte zu geben. Ihr Quartett mit Simon Gorm Eskildsen (Klavier), Adrian Christensen (Bass) und Daniel Sommer (Drums) interpretiert eigene Songkompositionen und klassische Jazzlieder im frischen Sound und mit unbeschwerter, charmanter Bühnenpräsenz. Auch brasilianische Stücke gehören zu ihrem Repertoire.

Karmen Rõivassepp wurde 1993 in Estland geboren. Dort wuchs sie in einer musikalischen Familie auf, in der alle Kinder Klavierspielen lernten. Auf diese Weise wurde sie mit der Jazzharmonik vertraut, was wiederum ihre Virtuosität im Scat-Gesang beflügelte. 2012 begann sie ihre Ausbildung am Jütländischen Musikkonservatorium in Århus. Ihr Debutalbum “Dance of Sounds” erschien 2018 mit Songs auf Englisch und Estnisch, womit sie im gleichen Jahr in der Kategorie “New Danish Jazz Artist” bei den Danish Music Awards Jazz nominiert wurde. 2019 wurde sie als “Junges Jazztalent des Jahres” in Estland gekürt. Ein neue CD-Veröffentlichung steht kurz bevor.

„The bandleader’s vocals are striking in their purity, her range and her pitching impressive. And she’s harmonically inventive when decorating melodies with intricate, scat-sung phrases […].“ (Thomas Rees, Downbeat Magazine, 2018)

Für den Nordischen Klang 2020 nahm Karmen Rõivassepp ein Konzert zusammen mit dem Bassisten Adrian Christensen auf.

Hier geht es zum Interview mit Karmen Rõivassepp: https://nordischerklang.de/interview-mit-karmen-roivassepp/

Die sagenhafte Welt der Sagas

Aktuelle Ausgaben zur altnordischen Literatur

Altnordische Sagas haben wohl die wenigsten von uns gelesen. Auf Island kennt sie dagegen jedes Kind. Wenn man sich heute auf sie einlässt, kann man spannende Erzählwelten entdecken.

So schildern die Sagas Geschichten von Abenteuern, Entdeckungen, Liebe und Hass, Krieg und Frieden, dem Drang nach Freiheit. Im Grunde sind dies die ewigen Themen, die auch in heutigen Geschichten ein wichtiger Bestandteil sind. Nur sind sie in einem etwas anderen Paket verpackt und folgen in der Regel einem ganz klaren, nachvollziehbaren Aufbau. Bei den Isländersagas, dem großen bekannten Genre, lässt sich erkennen, dass es sich bei der Hauptfigur zumeist um eine ganz bestimmte Person handelt, deren Leben hier erzählt wird. So beispielsweise die Saga von Kormák. Dabei geht es um einen Skalden, der sich in eine Frau verliebt und heiraten will. Aufgrund eines Fluches verpasst er die Hochzeit und verliert seine Angebetete. Auch als er eine weitere Chance erhält, wirkt sich der Fluch der Hexe und seine ungestüme Art wieder zu seinem Nachteil aus. Die Geschichte endet mit seinem Tod und damit tragisch.

Dies ist generell bei den Sagas festzustellen, dass sie meist tragisch enden und kein Happy End haben. Dennoch erlebt man beim Lesen, dass sie sehr lebendig erzählt und detailliert beschrieben sind. So fühlt man sich zumeist direkt in die beschriebene Szene hineinversetzt und kann so die Stimmung aufnehmen. Bemerkenswert ist auch, dass verschiedene Handlungsabschnitte in den Geschichten ganze Jahre zusammenfassen, um dann wieder in einer bestimmten Szene, mit Dialogen, anzuknüpfen. Diese Erzählweise ist für das europäische Mittelalter ganz ungewöhnlich, denn auf dem Festland sind zur selben Zeit im 1100 bis 1400 keine vergleichbaren Schriften entstanden.

Ein wirklich sehr bekanntes Werk aus dieser Zeit ist die Geschichte der Nibelungen um den Drachentöter Siegfried, die auch später von Richard Wagner adaptiert und vertont wurde. In der altnordischen Literatur gibt es ein entsprechendes Pendant: Die Völsunga saga.

Hier tritt der Bezwinger des Lindwurms unter dem Namen Sigurd auf. Im Inhalt und den verarbeiteten Stoffen sind beide Geschichten sehr ähnlich und in etwa zur gleichen Zeit an völlig unterschiedlichen Orten entstanden. Aber auch gewisse Unterschiede sind vorhanden. So lässt Kriemhild ihre Brüder zum Ende der Geschichte von ihrem zweiten Ehemann Attila aus Rache für den Tod Siegfrieds töten. In der Völsunga saga hingegen bringt Etzel die Brüder Gudruns aus eigenem Antrieb um und endet damit ebenfalls wieder tragisch für die Hauptpersonen.

Als Vorbild für die Figur des Attila/Etzel diente sicherlich der berühmte Hunnenkönig aus der Zeit der Völkerwanderung. Auch die weiteren Teile der Saga lassen sich auf deutlich ältere Quellen wie die Liederedda und Volkssagen zurückführen. Es wird vermutet, dass der germanische Feldherr Arminus, der die römischen Legionen, die sich – gleich einem Lindwurm – durch den Teutoburger Wald schlängelten, niederwarf, als Vorbild für Sigurd/Siegfried diente.

Weitergeführt wird die Völsunga saga in Ragnars saga loðbrókar ok sona hans (Die Saga von Ragnar Lodbrok und seinen Söhnen). Diese wurde auch in Teilen durch die Serie „Vikings“ bekannt und weiterverarbeitet.

Wir sehen also, dass alte Stoffe die Menschen interessieren und faszinieren. Sie werden neu interpretiert und bleiben so in der modernen Medienwelt aktuell. Um in die sagenhafte Welt der starken Frauen und Männer, der Abenteuer und der Liebe, der Hexen und Zauberer einzutauchen, lohnt eine Lektüre der altnordischen Sagas allemal. Da muss man auch kein Altnordisch können, denn es gibt ein breites Spektrum an Übersetzungen.

(Text: Sebastian Brath)

Rosa Cruz Trio

SO 22.8., 20:30, STRAZE, Hof
Eintritt: 12/8 Euro

Das Konzert wird nach innen in den Saal der STRAZE verlegt! Daher erforderlich: Nachweis eines negativen Covid19-Schnelltests, der nicht älter als 24 Stunden ist, Nachweis einer Impfung gegen Covid19 oder Nachweis der Genesung von Covid19 seit nicht länger als 6 Monaten.

Das Trio der kubanischen Singer/Songwriterin Rosa Cruz entstand ursprünglich in Spanien. Jetzt hat sich die exzellente Band in Estland wiedervereint. Rosa Cruz‘ Spiel auf der Gitarre, das vielseitige Timbre ihres Gesangs und ihre starke positive Energie strahlen die pure musikalische Freude aus. In jedem Moment hält sie die Verbindung zum Publikum, während sie auf der Bühne das Beste gibt. Yosney Linares‘ Percussions geben der Band den rhythmischen Sound. Und der harmoniert perfekt mit der Trompete von Jason Hunter, der ein bekannter Name in der Jazzwelt ist.

Rosa Cruz kann auf eine 20-jährige künstlerische Karriere innerhalb und außerhalb Kubas zurückblicken. Sie hat bisher zwei Alben veröffentlicht: “Cosas del Arte” und “Abanece”. Beide Platten kombinieren verschiedenste Stile wie Folklore, Salsa, Bossa Nova, Funk, Flamenco, Latin Jazz und Pop zu kubanischen Rhythmen. Eine wundervolle Musik, die uns jeden Tag Geschichten erzählt! Rosa lebt derzeit in Estland, wo sie neben der Arbeit an ihrem dritten Album “Giro de Vida” auch mit zahlreichen Künstlern zusammenarbeitet und auf Festivals auftritt.

Der aus Los Angeles stammende Jason Hunter ist Trompeter, Komponist und Arrangeur. Nach seinem Studium am Fullerton College und am Berklee College of Music bei Jazzgrößen wie Mark Whitfield, Ralph Peterson und Tiger Okoshi performte Jason weltweit als Sideman und Bandleader. Momentan lebt und arbeitet er in Estland. Als Arrangeur und Instrumentalist arbeitete eng mit der strahlenden und vielseitigen Soulsängerin Sofia Rubina zusammen. Zusammen gewannen sie den Preis für das Beste Estnische Jazzalbum 2015. Im letzten Jahr erschien Jason Hunters Debutalbum “From Afar”.

Yosney Linares ist ein Perkussionist mit Wurzeln in Havanna. Seine Karriere als professioneller Musiker begann er im Alter von 17 Jahren in verschiedenen kubanischen Orquestras wie z.B. Pelayo y su Iyá, Double Impact, und dem Meridans Orquestra aus der Provinz Pinar del Río. Yosney Linares, der heute in Spanien lebt, wirkte bei vielen Einspielungen, Festivals und Percussion Workshops mit. Sein Können verfeinerte er in Meisterkursen bei sehr bekannten Perkussionisten wie Alain Pérez (Irakere), Changuito (Los Van Van) und Yoel Páez.

Das Wohnzimmerkonzert von Rosa Cruz exklusiv für den Nordischen Klang 2020.