Sonderkonzert 14.3.: Piotr Wojtasik Feel Free feat. Bobby Few (PL/USA/NL)

Samstag, 14.3., 20:00, St. Spiritus; Eintritt: 12/8; Vorverkauf in der Buchhandlung Scharfe, Lange Straße 68

Die Greifswalder Kulturvereine Nordischer Klang und PolenmARkT haben sich zusammengetan, um mit der Band „Piotr Wojtasik Feel Free“ ein Konzert der Spitzenklasse zu veranstalten. Unter dem Namen ihres Bandleaders, einer der beliebtesten Jazztrompeter Polens, hat sich kürzlich dieses illustre Quintett formiert. Mit dabei: der 79-jährige US-amerikanische Pianist Bobby Few, der als Sideman von Künstlern wie Ella Fitzgerald, Joe Henderson und Albert Ayler in die Jazzgeschichte eingegangen ist. Sein Landsmann, der Schlagzeuger John Betsch, spielte u.a. in den Bands von Archie Shepp und Mal Waldron und bringt Musikfans rund um die Welt ins Schwärmen. Ihnen zur Seite steht der niederländische Bassist Joris Teepe, der viele Jahre in der New Yorker Jazzszene mitwirkte. Dazu gesellen sich die beiden polnischen Bläser: Piotr Wojtasiks Trompete zieht ab voll Power und Virtuosität, und Sylwester Ostrowskis Tenorsax erfindet fein phrasierte Melodien.
Ostrowski war es auch, der die Idee zu einem Konzert in Greifswald hatte. Der Stettiner Musiker und Festivalleiter wirkte bereits beim Nordischen Klang 2003 und 2010 mit und möchte anläßlich des 5-jährigen Partnerstadtjubiläums Greifswald-Szczecin in diesem Jahr einen kulturellen Gruß aus der Odermetropole bringen. Weitere Auftritte in Breslau, Krakau, London und Paris sind bereits gebucht, und auch eine CD ist geplant.

Unterstützt vom Reisebüro Grüße aus Atlantis

Prosit ein Leben lang. Wollust & Müßiggang – Ein szenischer Carl Michael Bellman-Liederabend

Dienstag, 5.5., 19:30, Kulturbar

Wenn ich Geld hab, eins zu trinken,
Nota bene: Wein vom Rhein,
Und ein Weib, drin zu versinken,
Nota bene: ganz allein,
Bin ich voller Seligkeit,
Nota bene: kurze Zeit.

Bellman gilt in Schweden bis heute als Nationaldichter, Fredmans Episteln und Gesänge kennt dort nahezu jeder und nicht wenige können eines seiner zahlreichen Lieder zum Besten geben, etwa über die Wirtshausnymphe und Traumgestalt voller Liebreiz und ungehemmter Erotik: Ulla Winblad. Sie zeugen von einem (spät)barocken Lebensgenuss, der sich in der Liebe und in der Trinkfreude zeigt. Dem Tod kann so auf Erden mit einer genussfreudigen Lebenslust ein Schnippchen geschlagen werden. Bellman packt uns am Kragen und wirft uns mitten in die Kaschemme hinein, zwischen tanzende Paare, umgeworfene und zerbrochene Gläser, wirbelt uns herum, bis wir völlig atemlos sind. Bedenke, dass du sterblich bist, drum genieße die Zeit, den Wein, die Freuden der Erotik und der Liebe. Und neben der Feier gibt es Klagen über die Vergänglichkeit von Schönheit und Freude und elegische Betrachtungen über den Tod. Gesänge aus einer noch nicht von Profilneurosen geprägten Moderne. Jörg F. Krüger ist als Bellman in einem szenischen Liederabend zu erleben, der aus einem leichtsinnigen Leben und einer leichtgelebten Zeit singt und erzählt.

Blast Musikanten, verschluckt nicht den Priem!
Hier, zwischen Bottichen, Kisten und Brettern
Wird man erst richtig intim.

Das spielen wir natürlich am besten in der Kneipe, in der Kulturbar, dann ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Musik: Sebastian Undisz, Szenische Einrichtung: Franz Burkhard, Mit: Jörg F. Krüger

Eine Veranstaltung des Theater Vorpommern

Snakka San & Sver (S/N)


© Ingvil Skeie Ljones

Samstag, 9.5., 20:00, Kulturzentrum St. Spiritus
Groove Fest mit Dalindèo und Snakka San & SVER

„Die beste Partymusik des 19. Jahrhunderts gemixt mit einer fast genauso guten Partymusik des 21. Jahrhunderts“ – so beschreibt die norwegische Zeitung Aftenposten diesen Fest-Kracher. Der Dancehall-Sänger Snakka San aus Göteborg und die norwegisch-schwedische Folkbeat-Band Sver haben sich zusammengetan, nennen ihren neu gemischten Stil Folkhall und haben mit diesem lebensfrohen Sound bereits zahlreiche Bühnen Nordeuropas erobert.
Dancehall ist eine Musikrichtung, die in den 70ern auf Jamaika entstand und nach ihren Veranstaltungsorten benannt wurde – den Dancehalls. Sie basiert auf dem Reggae und weist einige Ähnlichkeiten mit dem Hip-Hop auf. Wenn bei der Dancehall-Musik von einem Toaster die Rede ist, ist damit kein elektrisches Gerät gemeint. Das Toasting ist eine jamaikanische Art des Sprechgesangs, die als eine Vorstufe des heutigen Rap gilt. Mit ihren Streichinstrumenten, unter anderem wird die aus der norwegischen Volksmusik bekannte Hardangerfiedel benutzt, und dem Akkordeon sind Snakka San & Sver aber auch nicht immer auf Elektrizität angewiesen. Als bei einem Konzert in einer Osloer Bar tatsächlich der Strom ausfiel, konnten sie ohne Probleme weiterspielen; für die Beleuchtung sorgten dann eben die Handys der Zuschauer.
Genauso spontan, wie dieses Konzert zu Ende gebracht wurde, verlief auch der Anfang des Projekts. Snakka San und die Musiker von Sver trafen sich zu einer Jam Session. Beim Musizieren fiel ihnen die Partytauglichkeit beider Musikrichtungen auf und Folkhall war entstanden. Snakka San & Sver hatten in Norwegen und Schweden schon einige Radiohits.
Jedes Folkhall-Konzert ist ein Fest für alle. Urbane und ländliche Jubelmusik verbinden sich hier in explosiver Lebensfreude und organischer Energie: Bom bom blam blam blam!

Erik „Snakka San“ Hedeås: Gesang
Olav Luksengård Mjelva: Violine, Hardangerfiedel
Anders Hall: Violine, Bratsche
Adam Johansson: Gitarre, Mandoline
Leif-Ingvar Ranøien: Akkordeon
Lars Løberg Tofte: Bass
Jens Linell: Schlagzeug

Homepage: Snakka San & SVER


Snakka San & Sver – Bom Bom Blam Blam Blam on MUZU.TV.

Vortrag von Roman Schatz: Oikein väärin ymmärretty – Der finnische Kulturschock


© Lili Maria Schatz

Donnerstag, 7.5., 15:00, Stadtbibliothek

Wie ticken die Finnen? Und wie kann man sich mit ihnen verständigen? Kann man sich überhaupt mit einem Volk verständigen, dessen Sprache geschrieben aussieht, als hätte man sein Baby aus Versehen auf die Computertastatur gesetzt?
Roman Schatz beobachtet die Finnen seit fast dreißig Jahren ganz aus der Nähe. Sein Vortrag beweist, dass man höflich sein kann, ohne das Wort „bitte“ zu benutzen, das gibt es nämlich im Finnischen nicht, und dass es ohne Weiteres möglich ist, keinen Small Talk zu pflegen und sich trotzdem zu verstehen.
Es gibt viel zu lachen, wenn Schatz Beispiele dafür bringt, wie Missverständnisse zwischen Finnen und Ausländern entstehen, wie unterschiedliche Auffassungen von kulturellen Werten und Kommunikation zum Clash of Cultures führen und wie man die Lage retten kann, bevor es zu spät ist.
Diese augenzwinkernde wissenschaftliche Analyse hat das wechselseitige Lehren und Lernen zum Gegenstand, das nötig ist, um im finnischen Arbeits- und Privatleben nicht aus einem Fettnäpfchen ins andere zu treten.
Es moderiert Ilse Winkler.

Homepage: Roman Schatz

Autorenlesung mit Roman Schatz: Gebrauchsanweisung für Finnland


Foto © Oliver Neidhart

Mittwoch, 6.5., 18:00, Stadtbibliothek

Roman Schatz (*1960) stammt vom Bodensee und studierte in Berlin (West) Germanistik und Romanistik (fast zu Ende).
Er lebt seit 1986 in Finnland und hat es dort mangels ernsthafter Konkurrenz zum Vorzeigeausländer gebracht. Er ist der erste Ansprechpartner, wenn die Finnen etwas über Deutschland wissen wollen oder für einen Film einen uniformierten Deutschen brauchen. Seit 2012 ist er Doppelstaatsbürger.
Er spricht Finnisch wie ein Finne, am liebsten Helsinki-Slang, schreibt Romane, Sachbücher und Kolumnen und moderiert TV- und Radioshows. Seine große Popularität rührt daher, dass sich die Finnen ständig fragen, was andere von ihnen denken, und Roman Schatz es ihnen endlich sagt. Unaufhörlich. Unerbittlich.
In Deutschland hat er mehrere Bücher über Finnland veröffentlicht, denn da ist er der erste Ansprechpartner, wenn die Deutschen etwas über Finnland wissen wollen. Zuletzt hat er Finnland bei dessen Auftritt als Gastland bei der Frankfurter Buchmesse 2014 vertreten.
In Greifswald stellt er nicht nur seine neu aufgelegte „Gebrauchsanweisung für Finnland“ vor, sondern liest zum ersten Mal vor Publikum aus einem noch nicht veröffentlichten Buch vor – diesmal hat er wieder auf Deutsch geschrieben.
Es moderiert Ilse Winkler.

Homepage: Roman Schatz