Leider muss das Stummfilmkonzert des Uniorchesters – “Das Eskimobaby” – in der geplanten Lach-Nacht im Theater am Dienstag 7.5. krankheitsbedingt ausfallen. Die Show “Der Brief” mit Paolo Nani findet aber statt um 19:30 (zu entsprechend reduziertem Eintritt gegenüber der geplanten Doppelveranstaltungen). Bereits gekaufte Karten werden zurückgenommen; bzw. es wird ein Differenzbetrag erstattet.
Kultur aus Finnland beim Nordischen Klang 2013

Mit zwei Ausstellungen, drei Konzerten, einem Kinofilm, einer Kurzfilmnacht in Anwesenheit von Regisseuren, einer Kinderbuchlesung sowie zwei wissenschaftlichen Vorträgen bietet der diesjährige Nordische Klang wieder ein reichhaltiges Programm mit Kultur aus Finnland.
Den Anfang macht die Ausstellung „Meri – Das Meer“ (ab 24.4.), die Werke von drei Bildkünstlern aus Greifswalds finnischer Partnerstadt Kotka sowohl in der Rathausgalerie als auch im Kulturzentrum St. Spiritus präsentiert. Während Olavi Heino in seinen Gemälden Hafenstimmungen festhält, ist der Grafiker Juho Karjaleinen von der Grazie der Schiffsformen fasziniert. Ganz anders wiederum der Fotograf Juha Metso: Seine Bildserie zum Klimawandel zeigt spektakuläre Schnee- und Eislandschaften, in denen die Menschen eingefroren sind.
Finnland im sonniger Jahreszeit zeigt dagegen der deutsche Spielfilm „Fenster zum Sommer“ (30.4.), der seine phantastische Liebesgeschichte in nordischem Ferienambiente und im trüben Berlin spielen lässt. In einer Zusammenarbeit mit dem Filmfestival Tampere und dem Finnland-Institut in Deutschland kommen die beiden jungen Regisseure Anna Sofia Nylund und Tommi Seitajoki nach Greifswald (12.3.) Sie gehören zur schwedischsprechenden Bevölkerungsgruppe – einer Minorität, deren kulturelle Differenz sich in den Kurzfilmen der beiden Filmschaffenden widerspiegelt.
Auch in wissenschaftlichen Vorträgen geht es um Minderheiten in Finnland. Im Rahmen des vom Nordischen Rat und dem Krupp-Kolleg unterstütztem Informationsforum über Minoritäten in Nordeuropa (10.5.) spricht Päivi Majaniemi von der Finnischen Liga für Menschenrechte über die Situation der Roma und die Fennistin Fanny Krüger erörtert antisemitische Tendenzen im Großfürstentum Finnland 1858-1918.
Im Zentrum des Nordischen Klangs steht die Musik. Vilma Timonen spielt die zitherartige Kantele, die man in Finnland zum Nationalsymbol erhoben hat. Mit ihrem Quartett (6.5.) hat die Musikerin die Spielmöglichkeiten dieses Saiteninstrumentes neu überdacht und für die Weltmusik fruchtbar gemacht. Mit Mariska und ihrer Band Pahat Sudet („Die bösen Wölfe“; 8.5.) kommt ein großer Star der finnischen Popmusik zum Festival. Ihr in Deutschland wenig bekanntes Genre Iskelmä verbindet melancholische, melodische Songs mit Rockelementen, jazzy Vocals und Popappeal. Ebenso wie Mariska sind auch der klassische Pianist Esa Ylönen und der Bandoneonist und Sänger Mikko Hellenius leidenschaftliche Tangointerpreten (10.5.). Neben dem finnischen Tango wird in ihrem Konzert auch argentinischer erklingen. Im ersten Teil des Abends stellt Esa Ylönen Klavierwerke des in Paris geschulten Komponisten Uuno Klami (1900-1961) vor.
Auch an die kleinen Festivalbesucher ist gedacht. Die Ausstellung „Alltäglich fantastisch – Kindergeschichten aus Finnland“ (ab 29.4.) in der Stadtbibliothek will Kinder und ihre Eltern mit witzigen Illustrationen, Informationen zur finnischen Kinderbelletristik und einer Schmökerecke zum Bücherlesen inspirieren. Passend zur Ausstellung liest die Kinderbuchautorin Tiina Nopola (8.5.) aus ihrem Mädchenfußballabenteuer „Siiri schießt ein Tor“, das Greifswalder Fennistikstudierende in einem Workshop übersetzt haben.
Kitty Von-Sometime (IS) – Künstlergespräch mit Musikvideos
Montag 6.5., 18:00, Krupp-Kolleg; Eintritt frei!
Anhand von ausgewählten Musikvideoclips ihres Weird Girls Project wird Kitty Von-Sometime mit der Initiatorin und Koordinatorin der Greifswalder Episode Berit Glanz über ihr Werk sprechen. Eine interessante Fragen ist, inwieweit gerade der isländische Kontext wichtig für das Entstehen des Projektes war. Ermöglicht eine kleine Wohlfahrts-Gesellschaft mit leichten Zugangsmöglichkeiten und flachen Hierarchien ohne reglementierenden Kunstdiskurs das Zustandekommen dieser gleichermaßen popularkulturellen und konzeptkünstlerischen Arbeiten? Wie wichtig ist dabei das Fehlen eines Kunsthochschulen-Hintergrundes und das nicht-kommerzielle Teamworking? Inwieweit hat Kitty Von-Sometimes Vergangenheit als Angestellte von Islands größter Computerspiel- Firma (CCP) ihre Kunst beeinflusst? Und was hält sie vom MTV der 80er Jahre, das Björk zum Weltstar machte, als ihre Musikclips Artpop und Videokunst verschmolzen? Wie ist der popkulturelle Horizont, aus dem das Weird Girls Project zitiert, abgesteckt? Außerdem soll es um die praktische Erfahrungen
Ausstellungseröffnung: Kitty Von-Sometime (IS) und das Weird Girls Project
So 5.5., 17:00, Koeppenhaus; Eintritt frei!
Öffnungszeiten: Di-Sa: 14:00-18:00
Über ihre Selbstauffassung als Künstlerin sagt Kitty Von-Sometime, die Schöpferin des Weird Girls Project: „Ich nehme das, was ich in meinem Kopf vorfinde, und mache es wahr. Ich bin ein Kind der neuen digitalen Welt und habe einen unstillbaren Hunger, meine Handlungen in digitaler Form aufzunehmen. Wenn meine Existenz ein Tropfen im Ozean ist, dann sind diese Dokumentationen die Wellen. Meine Inspiration habe ich von den Träumen meiner Kindheit, von Synchronizität, von der Befreiung von eigenen Zwängen und von meiner persönlichen Besessenheit von Spandex (Elastan). Ich beziehe bewusst diejenigen außerhalb von Kunst ein, um Kunst zu werden, um Kunst zu leben, um Kunst zu fühlen. Diejenigen Leute, die ich in meine Projekte einbinde, sind mir oft total unbekannt, bis unser gemeinsames Tun verschmilzt. Unterströmung weiblicher Selbstermächtigung sind ein wesentlicher Teil, insbesondere in Hinblick auf die weiblichen Körperformen, jedoch nur sekundär, wenn darum geht, eine Bildsprache zu schaffen, die den Betrachter in ein Bonbonland einhüllt, ihnen den Mund wässrig werden lässt – ohne dass sie wissen, wie der plötzliche Wunsch entsteht, alles liegen zu lassen und zu spielen. Ich habe nicht Kunst studiert und die geltenden Standards sind mir nicht bewusst. Je mehr ich erschaffe, umso mehr will ich weitermachen.” Die Ausstellung zeigt Fotos, Film-Stills und Videos vergangener Episoden des Weird Girls Projects. Zur Eröffnung wird Berit Glanz vom Lehrstuhl für Neuere Skandinavische Literaturen, die Initiatorin und Koordinatorin des Weird Girls Projects in Greifswald, in die Ausstellung einführen.
Feierliche Eröffnung des Nordischen Klangs 2013

3.5., 18:00 Theater; Eintritt frei!
Alle sind herzlich willkommen zur offiziellen Eröffnungsfeier des Nordischen Klangs! Wir möchten die Möglichkeit nutzen, unseren Helfern, Unterstützern und vor allem auch dem Publikum für das Zustandekommen des Festivals zu danken. Und dazu gibt es eine Menge spannender Kultur aus Island, dem Schirmherrenland.
Zwischen den Grußworten erklingt Musik von Anna María Björnsdóttir und ihrer Band, die gleich im Anschluß ihr Festivalkonzert spielen wird. Wer also noch keine Karte hat, kann sich so zum Konzertbesuch überzeugen lassen. Im Zentrum der Feier steht die Uraufführung des in Greifswald entstandenen Weird Girls-Musikvideos von Kitty Von-Sometimes. Die britisch-isländische Künstlerin und die Greifswalder Weird Girls werden anwesend sein. Im Foyer informiert die Ausstellung „Isländische Gegenwartsliteratur im Porträt“ anregend über Autoren und ihre Gedanken.


