Projekts Kapļi – Alternative Music aus Lettland

Mittwoch, 3.5., 20:00, Kulturzentrum St. Spiritus, 8/5 €

Eine Veranstaltung des Instituts für Baltistik
Karten können im Institut für Baltistik erworben werden, Domstrasse 9/10, Raum 36 nach Vereinbarung per Mail: mezaleaija@gmail.com

„Kapļi“ ist eine Musikgruppe, die mit Konventionen bricht und sich erlaubt mehr zu sagen, als erlaubt ist, und deswegen als eine der umstrittensten Bands Lettlands gilt. Die Musiker bezeichnen sich selbst nicht als Band, sondern betrachten sich eher als ein musikalisches Projekt, womit sie ihren innovativen Anspruch unterstreichen. Sie nennen sich „Kapļi“ („Die Gartenhacken“) und geben sich und ihren Musikinstrumenten lustige Namen. So ist Oskars Orlovs – die Hacke der Hacken, Arņs Slobožanins – die Zweizahnhacke, Rasma Kulamova – die Orgelpfeife, Andris Jurjāns – Bum-Bum, Jurs Linužs – der Tiefton, Aija Čoiča und Juoņs Noviks sind die Aufgeblähten Musikinstrumente und Elgars Ludboržs – der Saitenklinger.

In Lettland sind sie in den Jahren 2013 und 2015 mit dem renommierten Preis für Musik, Kunst und Kultur „Boņuks“ geehrt worden. 2013 waren sie auch mit ihrem Album „Die beste Alternative“ für die Auszeichnung „Zelta mikrofons“ (dt. „Goldenes Mikrofon“) nominiert worden. Ebenso waren sie schon einmal Teilnehmer am Vorentscheid für den Eurovision Song Contest.

Die Band vertritt die alternative Musikszene Lettlands. Ihre Musik ist eine Mischung von Indie, Blues, Jazz, lettischer Volksmusik und Dubstep. Auf diese Art und Weise versuchen sie insbesondere auch die lettgallische Musikszene, die bislang überwiegend von Schlagersängern und Folklore-Ensemblen geprägt war, mit anderen Stilen zu bereichern und sie innovativ aufzufrischen. In Lettgallen, einer ethnographischen Region im östlichen Teil Lettlands, gelten sie somit als Wegbereiter der modernen Musikszene. Ihre Songtexte verfassen sie auf Lettgallisch, das eine Varietät des Lettischen darstellt. Zu ihrem Repertoire gehören auch deutschsprachige Lieder. In ihren Texten widerspiegeln sie aktuelle Phänomene der lettischen Gesellschaft wie die Kommerzialisierung der Religion oder die Abwanderung von jungen Menschen. Ihre künstlerische Performance erscheint originell und humorvoll und wird mit leichten sarkastisch-ironischen Untertönen dargeboten.

Das Konzert in Greifswald ist die Auslandspremiere des Musik-Projekts „Kapļi“.

(Foto: Raimonds Kalva)