Åland 100 – Discussions on Security and Identity in a Complex World – Podiumsveranstaltung mit dem åländischen Friedensinstitut

MI 11.5., 18:00, Alfried Krupp Wissenschaftskolleg
Eintritt frei

Die Ålandinseln liegen zwischen der schwedischen Hauptstadt Stockholm im Westen und der früheren finnischen Hauptstadt Turku (schwed. Åbo) im Osten. Die Region ist vor allem für ihre idyllische Schärenlandschaft bekannt.

Åland hat jedoch eine bewegte Geschichte: Im Konflikt zwischen Schweden und Finnland um die Inselgruppe entschied der Völkerbund 1921 gegen den Willen der åländischen Bevölkerung, dass die Ålandinseln Teil des finnischen Territoriums bleiben. Finnland sicherte im Gegenzug Schweden die Demilitarisierung Ålands und der Region eine weitreichende Autonomie sowie den Schutz der schwedischen Sprache und der Kultur zu. 1922, vor einhundert Jahren, fanden die ersten Wahlen auf Åland statt und das åländische Parlament trat zum ersten Mal zusammen.

Der Vortrag von Sia Spiliopoulou Åkermark (Leiterin des Friedensinstituts der Ålandinseln, Dozentin für Internationales Recht) widmet sich der Lösung des Konflikts um die territoriale Zugehörigkeit der Ålandinseln, einem multilateraler Kompromiss, an dem eine Vielzahl von Akteuren beteiligt war. Welche Relevanz hat die Lösung heute in der Ostsee und darüber hinaus? Welche Rolle spielt die Sicherheit bei dieser Lösung?

Petra Granholm (Forschungskoordinatorin des Friedensinstituts der Ålandinseln) betrachtet in ihrem Vortrag die kulturellen und institutionellen Komponenten dessen, was die åländische Erzählung geformt hat und noch immer prägt: die sprachlich schwedische Identität, die Kontrolle über das eigene Land sowie das Recht, über sein eigenes Schicksal zu entscheiden.

Die Vorträge sowie die anschließende Diskussionsrunde finden in englischer Sprache statt. Fragen aus dem Publikum sind auch auf Deutsch willkommen.

Vorträge:

Sia Spiliopoulou Åkermark (Leiterin des Friedensinstituts der Ålandinseln, Dozentin für Internationales Recht): The Åland Islands Solution at 100 – Insights for a Troubled World

Petra Granholm (Forschungskoordinatorin des Friedensinstituts der Ålandinseln): Identity on the Islands of Peace – a story of rights, ownership, and autonomy

Moderation:

Dr. Andris Banka (Mitglied des IFZO, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Regionalstudien der Universität Greifswald) forscht zur Sicherheitspolitik der baltischen Staaten und zur Rolle der NATO in den Ostseeanrainerstaaten.

Dr. Yvonne Bindrim (Mitglied des IFZO, Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Fennistik der Universität Greifswald) forscht zu neunationalistischen Strategien des Sprachgebrauchs (Framing) im estnischen Kontext.

Eine Veranstaltung des DFG-gefördeten IRTG Baltic Peripeties in Kooperation mit dem Nordischen Klang und dem Finnland-Institut in Deutschland