Jaqee in der 18. Greifswalder Kulturnacht

Zum ersten Mal war auch der Nordische Klang in der Greifswalder Kulturnacht vertreten. Im Innenhof des St. Spiritus durften coronal bedingt leider nur 90 Konzertgäste Platz nehmen – statt der sonst dort reinpassenden 300. Auch das Sitzend-Tanzgebot tat der begeisterten Stimmung keinen Abbruch. Ein reiferer Herr meinte nach dem Konzert: „So wunderbar. Wenn ich es gedurft hätte, wäre ich die ganze Zeit immer um die Bühne rumgetanzt.“

Fotos: Nordischer Klang

Kulturnacht: Jaqee & Band

11.9. 2020, 20:00, St. Spiritus, Eintritt frei. Gratis Video-Livestream hier. Audio-Livestream bei radio 98eins per Frequenz und Website.

Im Rahmen der Greifswalder Kulturnacht veranstaltet der Nordische Klang ein Konzert der Band von Jaqee, das im diesjährigen Festivalzeitraum leider ausfallen musste. Eine Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum St. Spiritus und dem radio 98eins, das dieses Konzert live streamen wird.

Die Sängerin und Schaupielerin Jaqee ist in Kampala, Ugandas
Hauptstadt, geboren, doch als 13-jährige migrierte sie mit ihrer Familie nach Schweden, wo sie lange Zeit in Göteborg lebte und zur Musik fand. Nachdem sie sich mit ihrem 2005er Debüt Blaqalixious zunächst imSpannungsfeld zwischen Blues und Soul bewegte, lancierte sie zusammen mit der professionellen Bohuslän Big Band ein Billie-Holiday-Tribute-Album. Mittlerweile hat Jaqee (alias Jaqueline Nakiri Nalunale) Berlin zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht, wo über die Jahre drei Alben mit groovy Black Music entstanden sind.

Fly High heißt Jaqees neues Album. „Eine Platte, mit der man immer in guter Gesellschaft ist. Rund um die Uhr entstanden, rund um die Uhr hörbar“, schreibt ihre Plattenfirma. So wie sie mit ihrer starken Stimme auf diesem Album durch zahlreiche packende Vibes und Grooves streift – Soul, R&B, Reggae, Dancehall, Afro, etc. –, so wird sie auch in Greifswald mit vierköpfiger Band ein Konzert von bleibendem emotionalen Eindruck spielen. (Foto: Niculaj Constantinescu)

„Jaqee findet ihren Platz in der Schwebe und Diversität und trägt das Beste aus allen Welten der Black Music […] mit großer, rauer Stimme vor.“ (Claudius Grigat, Intro)

https://youtu.be/fX1wy0_8ezQ

https://youtu.be/-cHLRDZVba8

Designwettbewerb Nordischer Klang 2021

Zu seinem 30. Jubiläum, diesmal unter finnischer Schirmherrschaft, hat der Nordische Klang einen Wettbewerb für das visuelle Design von Plakat, Postkarte und Internetpräsentation ausgeschrieben. Der Wettbewerb wendet sich an junge Künstler*innen aus den Sparten Grafikdesign, Bildkunst und Illustration aus Finnland, die an einer entsprechenden Hochschule studieren oder kürzlich ihre Ausbildung beendet haben.

Der Einsendeschluss ist der 15.11.2020. Eine Jury aus Mitgliedern des Festivalteams, des Finnland-Instituts in Deutschland, des Caspar-David-Friedrich-Instituts Greifswald und des Greifswalder Grafikdesign-Kollektivs GRAFfisch wird darauf den Siegerentwurf ermitteln. Die/der Gewinner*in erhält einen Preis von 1.000 €, den das Finnland-Institut in Deutschland gestiftet hat. Alternativ kann man eine Reise zum Eröffnungswochende des Nordischen Klangs 2021 (7.-9.5.) zusammen mit einer Begleitperson gewinnen.

Weitere Informationen gibt es hier.

Über die Unendlichkeit – Wie man durch traurige Monotonie das Leben zu schätzen lernt

Zwei ältere Herren stehen in einer trostlosen, farblosen Kneipe. Draußen schneit es. Es ist leise.
„Das ist wirklich fantastisch, oder?“ – „Was denn?“ – „Alles!“

Eigentlich hättet ihr heute die Möglichkeit gehabt, einen tollen schwedischen Film VOR der Deutschlandpremiere im CineStar zu sehen, da dies aber nicht möglich ist, gibt es heute einen Vorgeschmack auf einen Film der ganz besonderen Art.

Mit seinem neuen Film hat Roy Andersson (bekannt durch seine Trilogie über das menschliche Wesen, schwedisch: „Du levande-trilogin“) ein minimalistisches Meisterwerk geschaffen. „Über die Unendlichkeit“ (OT: „Om det oändliga“) bietet dem Zuschauer nicht nur eine Geschichte, sondern viele kleine Erzählungen. Der Film handelt von verschiedenen Menschen, unter anderem einem Zahnarzt mit einem sensiblen Patienten, einem Priester, der seinen Glauben verliert und einem Vater, der sich im strömenden Regen um seine Tochter kümmert. Es sind kleine trostlose Augenblicke im Leben verschiedener Menschen, aneinandergereiht und doch durch Traurigkeit und Eintönigkeit zusammenhängend. „Über die Unendlichkeit“ ist Anderssons Versuch mithilfe der Tristesse unseres Daseins die Schönheit des Lebens zu zeigen. Absolut sehenswert!

Deutscher Kinostart ist am 17. September 2020.

Hier könnt ihr euch auch schon mal den Trailer anschauen:

(Bild-Copyright: Neue Visionen Filmverleih)

Text: Pauline Meckes

Interview mit Jaqee

Hier kommt der zweite Teil der Interviews, die das moritz.magazin mit Gästen des 29. Nordischen Klangs geführt hat!

One of those artists is singer and actress Jaqee. Born in Uganda, she migrated with her family to Sweden as a child and found her way to music. Meanwhile Jaqee lives in Berlin and inspires with her current album “Fly high”. Her music is as dynamic as her life story, ranging from Soul, R&B, Reggae to Dancehall and Afro. On 16 May at 8 pm, you can get a taste of her music on the festival’s Youtube channel. Anticipation is the order of the day! 

moritz.medien: Hey Jaqee! What’s your life like these days? What are you preoccupied with at the moment?

Jaqee: It’s great, I am in Sweden doing a play about Bethlehem, the daughter of imprisoned Eritrean Journalist Dawit Isaak. It’s her story about growing up without her dad.

moritz.medien: Your current album is called “Fly high”. What made you decide to write the song “Miracle”?

Jaqee: ”Miracle” is about hope and believing that everything will work out even when reality around you feels dark and tough.

moritz.medien: Where do your music videos originate?

Jaqee: I have a very visual mind, so already when I am writing the songs, I am usually having the visuals in my head.

moritz.medien: Do you enjoy being on tour?

Jaqee: I love it, because it connects me to my listeners and supporters of my work.

moritz.medien: What do you always carry with you?

Jaqee: A pen and paper.

moritz.medien: When you were 13, you fled from Uganda to Sweden. How did you spend your teenage years in Sweden?

Jaqee: Like any other teenager, I tried to figure myself out, what I like, who I am, what makes me happy.

moritz.medien: Right now, you live in Berlin. What do you think about the city?

Jaqee: Berlin is good. It allows you to discover yourself on a deeper level, it gives you permission to be you.

moritz.medien: What inspires you for your songs?

Jaqee: I say the life I live usually dictates what’s going to come out of me creatively.

moritz.medien: The nicest compliment after a show?

Jaqee: Just seeing people smiling and happy after a gig brings me great satisfaction.

Das Interview wurde von Lena Elsa Droese für das moritz.magazin mm145 geführt.

Fest des Nordens