Isabel Sörling

Bild © Jonathan Albrektson

SA 7.5., 19:00, Innenhof der Universität, Scandinavian Stars mit Isabel Sörling und D’Sound
Eintritt: 18/12, mit Klangkarte 5

Mareld ist schwedisch und bedeutet Meeresleuchten, wörtlich sogar Meeresfeuer. Die gebürtige Schwedin Isabel Sörling hat ihr letztes Album (2020) so betitelt, das sie in Greifswald mit ihrer vierköpfigen Pariser Band vorstellen wird. Wenn Mikroorganismen im Meer leuchten, sieht das aus wie aus Glut bestehendes Wasser – ein seltenes Naturphänomen, das die Künstlerin als Kind an der Seite ihrer Mutter bei Nachttörns mit dem Segelboot an der schwedischen Küste erlebte.

Ihre Musik kann man metaphorisch in der Tat als Entdeckungsfahrten durch glühende See beschreiben. Eine geradezu rituelle Trance entsteht, wenn sich die Kargheit traditioneller, afrikanisch inspirierter Percussions und Rhythmen mit der üppigen Pracht zeitgenössischer Samples und Synthesizern vereint. Darin entlädt Isabel Sörling ihre kraftvolle und gänzlich freie Stimme, die wild ist und gleichzeitig von ihr beherrscht wird. Soundsphären von mystischer Aura scheinen auf.

Isabel verwandelt sich vor jedem Konzert. Manchmal bemalt sie sich das Gesicht, sie maskiert sich und entfaltet in der Bühnenperformance eine zweite Persönlichkeit: ein Musikwesen im Spannungsfeld von Pop, Rock, Jazz, Ethno und Folk Roots. Ihre Songtexte handeln dabei von elementaren Dingen, von Leben und Tod, vom Menschsein und Menschlichkeit. Es geht um die Verbindung von Kulturen und Kontrasten.

Isabel Sörling kann ihr Publikum tief berühren. Das erfuhren wir beim Nordischen Klang schon 2010, als wir die damalige Musikstudentin aus Göteborg mit ihrem Duo Kilimanjaro eingeladen hatten. Danach ging sie nach Paris und entwickelte sich zu einer der strahlendsten Jazzvokalistinnen Europas. Sie spielt mit französischen Stars wie Airelle Besson, Paul Lay oder Ibrahim Maalouf, der auch ihr erstes Album produzierte. Neben einer Stimme von seltener Reinheit verfügt diese Artistin über charismatische Bühnenpräsenz, was ihr den Beinamen „Janis Joplin des Jazz“ einbrachte. 2021 wurde Isabel Sörling bei den Victoires du Jazz, dem wichtigsten Jazzpreis Frankreichs, zur Stimme des Jahres erkoren.

Isabel Sörling – Vocals
Akemi Fujimori –Keyboards
Gauthier Toux – Keyboards
Nicolas Charlier – Drums