Schwedischer Liederabend: Jacoba Arekhi (Sopran) & Johann Putensen (Klavier)

Schwedische Kunstlieder thematisieren oft die Liebe zur Natur, insbesondere zum Meer. Für die Sängerin Jacoba Arekhi und den Pianisten Johann Putensen hat die an sich melodiehafte, schwedische Sprache eine ganz besondere Bedeutung. Das Duo hat nun ein Programm aus schwedischen Volksliedern und Kunstliedern zusammengestellt. Darunter finden sich Komponisten wie Peterson-Berger (1867-1942), Stenhammar (1871-1927) und Rangström (1884-1947), die zu den wichtigsten Vertretern der schwedischen Liedkultur zählen. Gemeinsam widmet sich das Duo dem Kontrast zwischen Sehnsucht und Melancholie sowie den extremen Jahreszeiten Schwedens. Ihr Programm: musikalisch reflektiert und greifbar ausgedrückt durch Poesie und Klänge.

Jacoba Arekhi ist eine schweizerisch-schwedische Sopranistin mit Wurzeln in Turkmenistan, Bolivien und Argentinien. Geboren und aufgewachsen ist sie in der Schweiz. Ihre Muttersprache ist jedoch schwedisch und ihren Bachelor in Gesang absolvierte sie an der Königlichen Musikhochschule in Stockholm. Johann lernte die schwedische Musik und Sprache kennen und lieben – zum einen dank seiner Großeltern, die im heutigen Institut für Fennistik und Skandinavistik in Greifswald tätig waren, und zum anderen dank seiner Partnerin Jacoba.

Die beiden lernten sich bei einem Konzert in der Hochschule für Musik und Theater Rostock kennen. Ihre musikalischen Schwerpunkte hätten zu dem Zeitpunkt nicht unterschiedlicher sein können: Jacoba vollendete gerade ihr Masterstudium in Bühnengesang in Rostock und absolvierte Auftritte als Opern- und Konzertsängerin unter anderem am Theater Vorpommern, Årsta Theater und bei der Greifswalder Bachwoche. Johann zog es währenddessen eher in die Jazz-, Rock- und Popmusik und das trotz seiner klassischen Ausbildung im Dirigieren. Seine ersten größeren Kompositionen entstanden 2013 in Zusammenarbeit mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock und dem Philharmonischen Orchester Vorpommern, wo u.a. eigene Stücke in einer Konzertreihe uraufgeführt wurden. Seit 2017 veröffentlichte er zwei Alben mit eigenen Klavierkompositionen und „Saxofon Jazzsinfonien“. 

In ihrer künstlerischen Zusammenarbeit schafften Jacoba und Johann es, die verschiedenen Stilrichtungen miteinander zu verbinden. Daraus entstanden gemeinsame Liederabende, Studioproduktionen und auch Inszenierungen. Darunter beispielsweise die Monooper „Das Tagebuch der Anne Frank“ von Grigori Frid.

Seit 2018 leitet das Paar zudem gemeinsam die Musikschule am Wall in Greifswald und organisiert dabei verschiedenste musikalische Veranstaltungen und Projekte. Zum Beispiel wurde mit Partnern der Workshop „Wie klingt die Welt?“ speziell für Jugendliche entwickelt. Das internationale Team der Musikschule bietet den Musikunterricht nicht nur auf verschiedensten Instrumenten und Stilen an, sondern auch auf Schwedisch und in vielen anderen Sprachen.

Hier geht’s zum digitalen Festivalprogramm im Mai 2021.